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Australia Northwest (WA)  
Donnerstag, 18. November 2004
von Tobias
Bevor wir uns auf die lange Fahrt nach Tom Price machten, hatten wir noch ein paar Erledigungen in Exmouth zu verrichten. Darunter war auch ein erneuter Besuch beim Visitor-Center. Leider konnte man uns aber den Ausflug in den Karijini-Nationalpark noch nicht bestätigen. Somit nahmen wir um 10.00 Uhr die über 600-Kilometer-Strecke, weg von der Westküste, in Angriff, in der Hoffnung, der Trip würde trotz Low-Season stattfinden.

Anfänglich war das Landschaftsbild wie gewohnt eher eintönig. Dies änderte sich sich aber, nachdem wir das Roadhouse «Nantura» passiert hatten, wo wir einen kurzen Stopp einlegten, um uns zu verpflegen. Die Landschaft wurde hügeliger und farbiger. Die Erde zeigte sich jetzt in den verschiedensten Rottönen und die Vegetation wurde abwechslungsreicher im Vergleich zur Westküste.

Müde, aber mit vielen neuen Landschafts-Eindrücken kamen wir um 18.00 Uhr in Tom Price an. Bei Einchecken auf dem Caravan-Park meinte man aber, dass die Tour morgen nicht stattfinden würde. Wir schrieben uns jedoch trotzdem für zwei Nächte ein. Als wir zu unserem Platz fuhren, bemerkten wir, dass überall Känguruhs herumhüpften und obwohl Hasen in Australien verpönt sind, war eines der Känguruhs immer zusammen mit einem Hasen zu sehen. Ein niedliches Paar, das sich hier gefunden hat.

Nachdem wir unser Diner genossen hatten, nahmen wir noch eine erfrischende Dusche. Zum ersten Mal nach vielen Tagen liessen wir uns von herrlichem Süsswasser berieseln. Das war ein Genuss erster Güte. Auf einen kleinen Negativpunkt sei an dieser Stelle jedoch noch hingewiesen, der Tanja in Rage brachte: Ihr wurde nämlich im Duschraum das Shampoo und das Duschgel gestohlen. Hoffen wir, dass es bei solchen Kleinigkeiten bleibt.


Freitag, 19. November 2004
von Tanja
Jeden Morgen wacht man auf – es ist taghell – und man denkt man hat verschlafen. Dann sieht man aufs Natel – das für uns gleichzeitig als Uhr und Wecker fungiert – und es ist wiederum erst 6.00 Uhr morgens. Wir stehen dann noch nicht gleich auf, aber müssen meistens mal aufs WC (wegen der hohen Temperaturen trinkt man wirklich literweise). Wie auch immer. Auf jeden Fall teilen wir uns hier den Stellplatz auf dem Caravanpark mit diversen Känguruhs und die sind morgens bereits vor unserem Campervan am «grasen» und so wird man mit neugierigen Blicken «gutenmorgen» geheissen. Auch das Känguruh mit Freund Hase war heute morgen bereits unterwegs und beide haben gemütlich zusammen im Gras gelegen. Ein wirklich unglaubliches Paar. Echt niedlich – wie die sich wohl gefunden haben?

Nachdem wir dann wirklich aufgestanden sind, haben wir uns dank des Tipps der Caravanplatzbesitzerin auf ins Städtchen zum örtlichen «Pneuhaus» gemacht, das anscheinend auch 4x4-Autos vermietet. Dort angekommen durften wir erfahren, dass das Auto noch unterwegs sei, aber in 10 Minuten zurückerwartet werde. Gerne haben wir zugesagt, den Wagen für den Tag zu mieten. (Da man es hier nicht ganz so genau nimmt mit der Zeit sind dann zwar aus den 10 etwas mehr als 40 Minuten geworden, aber wichtig war, dass wir den Wagen bekamen – übrigens war es der einzige Mietwagen den man in der ganzen Stadt bekommen konnte.)

Wir haben also auf den kleinen (klein verglichen mit unserem Camper, aber natürlich ziemlich gross wenn man unser «Fröschli» daheim kennt), nationalparktauglichen Wagen umgesattelt und sind Richtung Karijini-Nationalpark – oder auch Hamersley Range – losgedüst, den roten und staubigen Pisten entgegen.

Um den Parkeingang zu erreichen musste man etwa 60 km fahren, aber dann ging es wirlich los mit den 4x4-Strassen, was uns wirklich viel Spass gemacht hat. Das hat sich dann so richtig nach «Australien pur» angefühlt. Die Umgebung war fantastisch. Blauer Himmel, rote Erde, verschieden, leuchtend grüne Pflanzen und im Hintergrund bzw. in der Ferne immer die Hamersley Range.

Wir haben uns dann verschiedene Aussichtspunkte und die damit verbundenen Schluchten im Nationalpark angesehen und waren absolut beeindruckt. In ein paar der Schluchten sind wir dann auch hinuntergeklettert und haben bei einer sogar beim Rückweg den Weg nicht mehr gefunden – heil oben angekommen sind wir dann aber trotzdem. Mir war da zwar schon etwas mulmig zu Mute, den die Trampelpfade durch Gras und rote Steinplatten schienen mir doch sehr verdächtig ein ziemlich angenehmer Lebensraum für Schlangen und andere Kriechtiere zu sein ...

Unser letzter Abstieg ging dann in der Dales Gorge zu den «Fortescue Falls», Wasserfälle in einer der schluchten, die am Fuss einen einladenden Pool bilden. Dort haben wir eine herrliche Abkühlung in dieser unglaublichen Umgebung genossen. Das war ein wirklich gelungener Tag.

Abends wollten wir noch das Auto zurückbringen, aber obwohl man uns gesagt hatte, man könne dies bis 18.00 Uhr tun, war um 17.30 Uhr schon niemand mehr da. Na ja – man nimmt das, wie die Australier, ziemlich gelassen. So werden wir dort also morgen früh noch einmal vorbeischauen.

Nachdem nun auch Känguruh und Freund Hase vor unserem Camper ihr Nachtlager aufgeschlagen haben, werden auch wir es uns in unserem Heim gemütlich machen – obwohl es echt unglaublich heiss ist.


Samstag, 20. November 2004
von Tobias
Die Hitze hat uns wirklich eingeholt. Die Nacht war unglaublich warm. Ohne jegliche körperliche Anstrengung lief der Schweiss aus allen Poren. Ich glaube um 3.30 Uhr habe ich das letzte Mal auf die Uhr geschaut, bevor ich für längere Zeit schlafen konnte. Um 6.00 Uhr fanden dann aber auch schon wieder die ersten Sonnenstrahlen den Weg in unser kleines Zuhause.

Heute sollte es anfänglich ein reiner Reisetag werden. 450 Kilometer waren zurückzulegen, was für einen in der Zwischenzeit geübten «Langstreckenpiloten» wie mir, keine grösseren Schwierigkeiten darstellen sollte. Nachdem wir gleich noch am Start unseren Tank auffüllten, konnten wir die Strecke, die uns von Tom Price nach Port Hedland führte ohne zusätzlichen Boxenstopp durchfahren. (Wann beginnt eigentlich die nächste F1-Saison? Ich denke in Melbourne wäre alles bereit.)

Port Hedland ist ein eher industrieller Ort, jedoch mit einem sehr schönen Caravanplatz. Da es Samstag ist, hatten wir leider kein Glück mehr mit der Touristen-Information. Sie war bereits geschlossen und auch sonst sah alles ein bisschen zu aus. Die Auskunft, die wir eigentlich bei der Touristen-Information abholen wollten, erhielten wir dann aber doch noch von der Frau auf der Rezeption des Carvanparkes. Von Chris und Mark hatten wir  nämlich erfahren dass in Port Hedland noch einmal die Möglichkeit bestünde, Schildkröten beim Legen der Eier zu beobachten. Diese Möglichkeit wollten wir uns natürlich unter keinen Umständen entgehen lassen. Die Frau auf der Rezeption nannte uns die beste Zeit und wie wir am schnellsten dorthin kommen würden.

Mit grossen Erwartungen machten wir uns kurz vor Sonnenuntergang auf an den Strand, und dieses Mal sollten wir nicht enttäuscht werden. Zuerst sah Tanja eine Schildkröte, die aus dem Wasser kriechen wollte. Irgendetwas machte sie jedoch unsicher, und sie kehrte ziemlich bald wieder ins Meer zurück. Kurze Zeit später beobachteten wir gemeinsam eine Schildkröte die sich in etwa 50 Metern Entfernung einen Weg hinauf zur Böschung bahnte. Langsam näherten wir uns dem Tier und konnten es schliesslich mit etwa 3 Metern Abstand bei seiner anstrengenden «Buddelarbeit» beobachten. Etwa fünfzig Eier legt eine Schildkröte bei der Eiablage. Das Geschlecht der Jungen wird allein durch die Temparatur des Nestes bestimmt. Traurig an der ganzen Sache ist, dass von tausend geschlüpften Tieren lediglich eines überleben wird.

Beeindruckt von diesen scheuen und an Land sehr unbeholfenen Tieren sind wir dann bereits bei Dunkelheit zu unserem Caravanpark zurückgekehrt. Aus dem geplanten Reisetag wurde ein Tag, an den wir uns in Zukunft noch lange erinnern werden. Nach einer herrlichen Dusche versuchten wir uns nicht mehr als nötig zu bewegen und damit die Schweissausbrüche in Grenzen zu halten.


Sonntag, 21. November 2004
von Tanja
Nach einer heissen, gegen morgen aber dann doch noch erträglichen Nacht in Port Hedland haben wir den Caravanpark um 9.00 Uhr verlassen, um uns auf den  640 km langen Weg nach Broome zu machen. Bevor wir Port Hedland dann aber endgültig hinter uns gelassen haben, haben wir unsere Vorräte einmal mehr in einem «Coles»-Supermarkt aufgefüllt und danach den «kleinen Britz» noch vollgetankt.

Dann gings los auf die lange und eher eintönige Strecke, die wir an diesem Tag bewältigen wollten. Unterwegs gab es nicht viele Möglichkeiten für Stopps ausser ein paar Roadhouses und einem Caravanpark am 80-Mile-Beach, den wir aber auslassen wollten.

Etwa in der Hälfte haben wir an einem der Roadhouses einen Tankstopp eingelegt und uns eine kleine Pause mit einem Snack und erfrischenden «kalten Schoggis» aus unserem Kühlschrank gegönnt.

Dann ging es aber auch schon weiter, damit wir am Abend nicht zu spät in Broome ankommen würden. Die gesamte Strecke hatte landschaftlich nicht allzu viel zu bieten. Natürlich war die Weite des Landes nach wie vor beeindruckend und aufgefallen sind uns auch die vielen, kleinen Buschfeuer, die wir immer wieder links und rechts des Highways durch mehr oder weniger grosse Rauchschwaden entdecken konnten. Das war schon ein eigenartiges Gefühl, wenn es mal wieder auf beiden Strassenseiten etwas gebrannt hat, das scheint hier aber normal zu sein und laut Andrea (eine der Schweizerinnen, die wir in Freemantle getroffen haben) brauchen gewisse Pflanzen das Feuer sogar (warum weiss ich auch nicht genau).

Wie auch immer. Da niemand sonst von den Buschbränden Notiz genommen hat, haben wir uns auch nicht weiter darum gesorgt und sind so zügig als möglich unserem Ziel entgegen gefahren.

In Broome am späteren Nachmittag dann endlich angekommen, haben wir uns auf dem Cable Beach Caravanpark einquartiert, wo man uns erzählt hat, dass die vorangehende Nacht zum ersten Mal seit 6 Monaten wieder etwas Regen gefallen sei.

Davon haben wir eigentlich nichts mehr mitbekommen, aber was uns wirklich auffiel waren die nun wirklich tropischen Klimaverhältnisse. Heiss und feucht. Man hat schon geschwitzt beim «Nichtstun» und bei jeder noch so kleinen körperlichen Anstrengung floss es wirklich wie in Strömen an einem herunter.

Zum Znacht haben wir es uns dann draussen gemütlich gemacht wo man zumindest noch eine ganz leicht Brise zu spüren bekam. Im «kleinen Britz» sah die Sache dann aber anders aus, und es war einfach nur noch heiss – aber auch in dieser Nacht sind wir dann irgendwann mal eingeschlafen, obwohl wir uns manchmal die Momente zurückwünschen, in denen wir noch zwei Schlafsäcke benutzen mussten, damit uns warm war ...


Montag, 22. November 2004
von Tobias
Ich werde in meinen weiteren Berichten nichts mehr über die herrschende Hitze schreiben. Man kann einfach davon ausgehen, dass es weiterhin sehr heiss ist, und dass es dies nicht mehr ist, sobald etwas anderes geschrieben wird ;-)

Das heutige Tagesprogramm stand eigentlich schnell fest, obwohl wir die Reihenfolge noch nicht genau wussten: Krokodilpark, Kamelreiten, Stadtbesichtigung Broome. Nachdem wir auf der Rezeption unseres Caravanparkes einen Sonnenuntergangs-Kamelritt gebucht hatten zog es uns als erstes in den nahe gelegenen Krokodilpark, der um 11.00 Uhr eine Führung durch die Gehege anbot. Das war spannend und faszinierend, obwohl wir vor zwei Jahren schon einmal das Vergnügen mit diesen zum Teil gefährlichen Tieren hatten – in einem anderen Krokodilpark natürlich. Man mag es kaum glauben, aber Salzwasser-Krokodile sind nicht sehr schlau. Ihr Gehirn ist kaum grösser als eine Baumnuss, mit dem sie die bis zu acht Meter Länge ihres Körpers steuern. Ein anderes Merkmal, das sie jedoch so gefährlich macht, ist, dass sie nicht lernfähig sind. Sie erachten jeden Eindringling in ihr Territorium als Feind und greifen ihn an, auch wenn sie nicht hungrig sind. Das unglückliche Opfer wird mit dem gewaltigen Maul gepackt und zurück ins Wasser gezogen, wo es, falls es nicht schon durch den Biss gestorben ist, elendiglich ertränkt wird. Auch wenn der Eindringling lediglich ein Plastikball ist, den der Betreuer x-mal ins Gehege warf – das Krokodil griff jedes Mal mit voller Wucht an und versuchte den Eindringling zu vernichten. Trotz der fehlenden Lernfähigkeit haben diese Tiere mehrere Millionen Jahre in dieser Form, wie sie heute existieren, überlebt.

Weniger gefährlich und auch um einiges kleiner als die Salzwasser-Krokodile sind die Süsswasser-Krokodile, die eigentlich davon schwimmen, wenn sich ein Mensch in ihren Tümpel wagen sollte. Es gibt in Australien sogar die Möglichkeit mit Süsswasser-Krokodilen schwimmen zu gehen. Provozieren sollte man den intelligenteren Verwandten des Salzwasser-Krokodils jedoch trotzdem nicht, denn dessen Zähne sind nicht minder spitz.

Da hier im Norden Low-Season herrscht, war in Broome selber nicht viel los. Es ist jedoch ein hübsches Städtchen in dem man es für Badeferien sicher längere Zeit aushalten könnte.

Weil wir am Abend zuwenig Zeit zum selber kochen hatten, da wir ja noch auf den Kamelritt wollten, haben wir uns im Städtchen eine köstliche Pizza von den «Eagle Boys» organisiert, die denen von unserem Favoriten «Pizza Hut» in nichts nachstanden. Das war ein richtiges Festessen, das wir, zurück auf dem Caravanpark, zu uns nahmen. Die erste Pizza überhaupt seit wir auf Achse sind, denn es scheinen an der ganzen Westküste keine «Pizza Huts» zu existieren, und wir haben wirklich sehr genau geschaut.

Nach dem sehr köstlichen Nachtessen (es muss wirklich nochmals erwähnt werden) haben wir uns zu den Kamelen aufgemacht. Tanja und ich konnten auf dem zweithintersten Tier Platz nehmen. Zuhinterst lief Caspar (auch ein Kamel), der niemanden buckeln musste, und während dem Ritt immer wieder mal versuchte zu überholen. So zogen wir wie eine Karawane während einer Stunde durch die Sanddünen beim Cable Beach. Es war sehr gemütlich und entspannend sich so durch die Landschaft gondeln zu lassen. Leider war es bewölkt, sodass man vom Sonnenuntergang nur Fragmente sehen konnte – aber wir durften ja schon viele erleben.


Dienstag, 23. November 2004
von Tanja
Eigentlich hatten wir uns heute entschlossen nur bis nach Derby (was etwa 220 km von Broome entfernt liegt) zu fahren, um nicht den ganzen Tag im Auto zu verbringen. Auf dem Weg dorthin konnten wir die ersten Boab-Bäume sichten, und kurz vor Derby dann den Boab-Prison-Tree. Diese Bäume zeichnen sich vor allem durch ihre speziellen, mächtigen und fast flaschenförmigen Stämme aus und kommen in Australien nur in der Region der Kimberleys und an einigen wenigen Orten im Northern Territory vor. Boabs werden über 1000 Jahre alt und gedeihen unter widrigsten Lebensbedingungen. Sie kommen ursprünglich aus Madagaskar und vermutlich wurden Samen der Bäume an die westaustralische Küste angeschwemmt und konnten sich so dort an- und fortpflanzen. Die Früchte der Bäume sollen einen hohen Vitamin-C-Gehalt haben und durch das Kauen von Wurzeln wird Flüssigkeit freigesetzt. Diese Eigenschaften wurden vor allem von den Aborigines genutzt.

Der Stamm des oben erwähnte Boab-Prison-Trees hat einen Umfang von etwa 15 m und ist innen hohl, weshalb er (vermutlich) von den Siedlern als Gefängnisszelle für Aborigines missbraucht wurde (so lautet zuminest die Geschichte zu diesem Baum).

Derby selbst hat uns aber dann nicht sehr angesprochen, da es etwas verlassen gewirkt hat. Wir haben uns dann entschlossen gemäss meiner ursprünglichen Reiseroute nach Fitzroy Crossing weiterzufahren, was unsere Fahrt um ca. 250 km an diesem Tag verlängert hat.

Zwischendurch hat es ein paar Male kurz geregnet, aber ein richtiger Wet-Season-Regen wahr das wohl nicht. In Richtung Fitzroy Crossing hat sich der Himmel dann auch wieder gelichtet und die Landschaft wurde immer grüner und abwechslungsreicher – immer mal wieder waren die Boab-Bäume zu sehen und auf beiden Seiten des Highways sah man tausende von kleineren und grösseren Termitenhügeln, welche je nach der Farbe des Bodens zwischen gelblich und knallorange abgewechselt haben.

In Fitzroy Crossing angekommen haben wir uns dann auf dem Caravanpark der Fitzroy Lodge einquartiert, welcher wirklich wunderschön ist. Man fühlt sich wie in einem riesigen Park und die Anlage ist sehr grün und gut gepflegt. Wir haben uns gleich für zwei Nächte eingetragen, da wir am nächsten Tag eine Boots-Tour in der Geiki Gorge machen möchten.

Der Fitzroy River ist im Moment eingetlich ein ganz normaler Fluss (der in der Mitte der Trockenzeit an einigen Stellen wohl sogar eher mehreren kleinen kleinen Flüsschen gleicht) aber in der Regenzeit wird er zu einem mächtigen Strom, der neben dem Amazonas das grösste Wasservolumen der Welt aufweist (über 30'000 Kubikmeter pro Sekunde).

Unser Znacht haben wir draussen genossen und mussten uns dann aber bald nach drinnen flüchten, da die Moskitos und sonstigen Stechgetiere hier ziemlich angriffslustig sind.


Mittwoch, 24. November 2004
von Tobias
Heute mussten wir früh aufstehen, damit wir es rechtzeitig zur Sammelstelle für die Boots-Tour schafften. Damit wir nicht in eine zu grosse Hektik gerieten, liessen wir sogar das Frühstück aus und begnügten uns lediglich mit einem kleinen Fruchtsaft auf der Fahrt zur Sammelstelle. Acht weitere Personen hatten die gleiche Idee wie wir und so warteten wir  zusammen, bis der Ranger das Boot für die Tour bereit hatte.

Es war imposant an den riesigen Sandstein-Felsen vorbeizufahren, die sich in den verschiedensten Farben zeigten. Zwischendurch sahen wir auch Süsswasser-Krokodile im momentan stillstehenden Fitzroy River verschwinden. Der Ranger, der das Boot steuerte, erzählte uns viel Wissenswerte über dieses Gebiet und war, wie alle seine Kollegen, die wir bis jetzt auf Touren getroffen hatte, absolut begeistert von der Natur, die er uns zeigen durfte.

Nach der Tour machten wir eine kleine Wanderung am Ufer des Fitzroy River entlang. Die Mittagssonne hatte keine Gnade und brannte mit ihrer ganzen Energie auf uns nieder. Die 2-Liter-Wasserflasche, die wir bei uns hatten, war entsprechend schnell geleert. Nachdem wir klitschnass zu unserem «little Britz» zurückgekehrt sind, habe ich mir eine kleine Abkühlung an der Stelle im Wasser gegönnt, die uns der Ranger von der Boots-Tour zum schwimmen empfohlen hatte. Das war herrlich, obwohl ich sehr vorsichtig war, um auf kein Krokodil zu stehen, denn das wäre der Moment, in dem auch Süsswasser-Krokodile zubeissen könnte.

Auf der Rückkehr zum Caravanplatz haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp bei der örtlichen Verpflegungsstelle (Supermarkt) gemacht. Anschliessend packten wir Badehosen, Heftli und Bücher zusammen und setzten uns für den Rest des Nachmittags an den Swimmingpool und genossen das «dolce vita».

Nach dem Nachtessen war Heimkino angesagt. Wir schauten uns den deutschen Film «Mondscheintarif» an und mussten, obwohl wir ihn schon kannten, immer wieder lachen über die aus dem Leben gegriffenen Szenen.


Donnerstag, 25. November 2004
von Tanja
Nach 688 km sind wir heute von Fitzroy Crossing nach Kununurra, am östlichen Eingang zu den Kimberleys gefahren.

Geplant war eigentlich die Hälfte davon und zwar bis nach Halls Creek, deshalb hatten wir es am morgen auch nicht allzu eilig loszufahren, obwohl an schlafen nach 6.30 Uhr eigentlich nicht mehr zu denken ist.

Wir haben dann also den Fitzroy River überquert und uns nach Osten aufgemacht in Richtung Halls Creek. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass das Visitor-Centre bis Weihnachten geschlossen war. Auskunft haben wir dann beim Shire-Office (so eine Art Gemeindestelle) bekommen. Da es in der Umgebung einiges gab, was nur mit 4WD zu erreichen war, haben wir unseren Ausflug um Halls Creek dann auf die «China Wall» beschränkt, eine aus Quarz-Stein geformte Felswand, die natürlich entstanden ist und wirklich grosse Ähnlichkeit mit der chinesischen Mauer hat. Schon faszinierend, was die Natur alles zu Stande bringt.

Da uns im Städtchen nichts weiter gehalten hat, haben wir uns entschlossen eine weitere Etappe zu fahren – und zwar bis nach Kununurra.

Die Fahrt dorthin war dann zwar lange aber fantastisch, da sich die Umgebung nach Halls Creek zu verändern begann. Man fuhr durch hügelige Landschaften am südlichen Rand der Kimberleys entlang und die Umgebung hat sich ständig verändert und war nicht so flach, wie wir es uns von vielen Strecken bisher gewohnt waren. Abwechslungsweise hatte man die von Gras und Büschen überwachsenen, grünen Hügel und dann wieder die für Australien typischen roten Felsen. Ein traumhaftes Gebiet, das erahnen lässt, wie es wohl inmitten der noch ziemlich unerschlossenen Kimberleys aussieht.

Bevor wir Kununurra dann gegen 18.30 Uhr erreichten, durften wir dann einen zwar ungeplanten aber wunderschönen Sonnenuntergang «on the Road» erleben. Wir fahren nicht gerne wenn es dunkel wird, da dann Känguruhs und Wallabies dazu neigen die Strassen unachtsam zu überqueren, doch glücklicherweise war es auf dieser Strecke kein Problem. Die Sonne ist zwar mehrheitlich hinter unserem Rücken untergegangen, doch die Stimmung am Horizont war einmalig und die in der Ferne liegenden Gebirgsmassive haben das warme Abendlicht der australischen Sonne aufgenommen und in verschiedenen Rottönen geleuchtet. Ich denke neben all unseren Erlebnissen und den verschiedenen Orten, die wir hier «Down Under» besuchen können, wird mir vor allem die Umgebung im Licht der untergehenden Sonne immer in Erinnerung bleiben.


Freitag, 26. November 2004
von Tobias
Soeben muss ich mit Schrecken feststellen, dass Tanja unser nächtliches Bad im Swimming Pool gar nicht erwähnt hat, was ich hiermit nachgeholt habe. Bis jetzt haben wir die Badegelegenheiten in den Caravan Parks immer gemieden, was sich aber langsam ändert, denn es gibt nach einem heissen Tag nichts angenehmeres als ins kühle Nass zu springen.

Nach einem Besuch bei der Touristeninformation von Kununurra, wo wir uns über die örtlichen Sehenswürdigkeiten informieren liessen und uns einen Boots-Ausflug auf dem Lake Argyle für morgen buchten, fuhren wir zuerst zum nahe liegenden Mirima-Nationalpark, der auch Mini Bungle Bungle genannt wird. Die Felsen weisen die gleichen Steinmerkmale auf, wie die seines grossen Bruders. Über kurze Rundgänge konnte man verschiedene Aussichtspunkte erreichen, die einem atemberaubende Aussichten erlaubten.

Vor dem Mittagessen machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Ivanhoe Crossing. Das ist eine Art Damm, der vom Fluss immer mehr oder weniger überflutet wird. Die Autos benutzen ihn jedoch als Brücke. Das ganze sieht ziemlich spektakulär aus, wenn ein Fahrzeug so durchs Wasser rauscht. Fürs Mittagessen fuhren wir zurück zum Caravanpark und benutzten dort für die Zubereitung von unserem Curryreis die öffentliche Küche. Das Reis war zwar gut, aber sehr scharf, was nicht gerade ideal ist, wenn’s sowieso schon heiss ist!

Nach dem Mittagessen besuchten wir zwei Galerien von Künstlern aus der Umgebung. Die erste der beiden Galerien widmete sich hauptsächlich Gemälden, welche zum Teil sehr schön waren, jedoch unseren Geschmack nicht ganz trafen. In der zweiten Galerie konnte man Objekte bestaunen, die aus Zebrastein hergestellt sind. Diese Gesteinsart kommt lediglich hier in den Kimberleys vor. Unter den ausgestellten Objekten waren einige dabei, die wir am liebsten gekauft hätten, aber das hohe Gewicht hielt uns dann vom Vorhaben ab.

Wieder zurück auf dem Caravan-Platz gings ausgerüstet mit Buch und Badetuch zum Swimming Pool. Nach dem erfrischenden Bad und einer Dusche gab es heute nur noch ein kleines Nachtessen, das aus einem knackigen Salat bestand. Dafür gönnten wir uns anschliessend noch einen Tee mit Schoggikuchen. Diese Schoggikuchen sind köstlich – leider gabs nur ein Stück. Für mehr war Tanja nicht zu überreden.


Samstag, 27. November 2004
von Tanja
Heute haben wir Kununurra verlassen, um uns auf den Weg zum Lake Argyle zu machen, für welchen wir am Nachmittag die «Sunset Magic Cruise» gebucht hatten. Die Strecke dorthin betrug nur ca. 80 km und so sind wir noch während des Morgens angekommen. Wir haben es uns beim Staudamm auf dem Picknick-Platz gemütlich gemacht und in Ruhe (ausser den wirklich unglaublich nervigen Fliegen) etwas gelesen.

Später haben wir dann im einzigen Caravanpark hier eingecheckt, von wo aus dann um 14.30 Uhr auch die Bootstour starten sollte. Der Caravanpark war nicht gerade berauschend und mit sehr minimalen Einrichtungen. Aber der Inhaber war freundlich und es sollte ja auch nur für eine Nacht sein.

Um 14.45 Uhr ging unsere Cruise auf dem grössten künstlichen Wasserspeicher des Kontinents los. 1972 wurde der Ord River flussaufwärts zur Schaffung des 740 km2 grossen Lake Argyle gestaut. Nur die Reste ursprünglicher Berggipfel ragen über die Wasseroberfläche und formen diverse kleinere und grössere Inseln im überwältigenden See. Eine fast märchenhafte Szenerie. Zusammen mit dem Lake Kununurra bewässert Lake Argyle über 72'000 ha Felder wo Sonnenblumen, Bananen, Sojabohnen, Mais, Zuckerrohr, Sandelholz und noch so einiges mehr angepflanzt wird. Beide Seen haben sich zu einem Paradies für Angler und Wassersportler entwickelt. Der See wird aber auch von Süsswasserkrokodilen (Johnstonkrokodil) bevölkert, die wie uns die Einheimischen immer wieder bestätigen für Menschen eigentlich harmlos sind.

Die Cruise war dann wirklich fantastisch. Wir haben eine Menge über die Entstehung des Sees und die Menschen die in diesem Gebiet gelebt haben und diejenigen, die noch heute hier leben und arbeiten, gelernt. Daneben haben wir eine Familie scheuer Rockwallabies beobachten können, wir haben gerade vor ein paar Tagen geschlüpfte Krokodile gesehen und faszinierende Fische gefüttert. Die auch in diesem See lebenden «Archer Fish» haben eine spezielle Art zu ihrer Nahrung zu kommen. Sie platzieren sich am Seeufer unter überhängenden Ästen und warten, bis sich dort Insekten auf den Ästen zeigen. Dann zielen die Fische mit einem sehr präzisen Wasserstrahl auf die Insekten und holen diese so ins Wasser. Wir konnten das mit ein paar Brotstückchen testen, welche wir mit ausgestreckten Armen über das Boot hinaushielten. Und schon nach kurzer Zeit wurden wir von den kuriosen Fischen «beschossen». War echt witzig.

Der Höhepunkt war aber dann das Bad im See. Etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang hatten wir die Gelegenheit ins Wasser zu springen um uns (bei 38 Grad Luft- und 29 Grad Wassertemperatur) «abzukühlen» und auf «Schaumstoff-Nudeln» herumschippern. Dazu gabs dann eine Auswahl an kühlen Weinen, Champagner oder Bier, welches wir dann während des Herumschipperns im See genossen haben. Das war wirklich einmalig und wir hatten bei nur 5 Personen und dem Skipper an Board wirklich viel Spass und haben es absolut genossen.

Nach dem Bad im See haben wir dann vom Boot aus noch den Sonnenuntergang genossen, bevor wir wieder zurückgefahren wurden und zum Caravanpark zurückgekehrt sind. Eine unvergessliche Cruise und mit Sicherheit eine tolle Erinnerung.


Sonntag, 28. November 2004
von Tobias
Unsere Reise führte uns heute von Lake Argyle über die Grenze von Western Australia und dem Northern Territory nach Katherine. Die Strecke war zirka 520 Kilometer lang.

Bis jetzt war es jeweils so, dass einem von beinahe jedem Fahrzeug zugewinkt wurde, das man ausserhalb eines Ortes kreuzte. Hier im Northern Territory fiel uns auf, dass dies nur noch die Touristen untereinander machen. Vielleicht ändert sich das ja wieder.

Als wir in Katherine angekommen waren, gingen wir zuerst in einen Supermarkt und deckten uns mit Lebensmitteln ein. Anschliessend fuhren wir zum Caravanpark, der für jede Site ein eigenes WC und eine eigene Dusche zur Verfügung stellte. Das gefiel uns natürlich sehr gut.

Nach einem kleinen Zvieri mit köstlichem «Käsebrot», das wir kurz vorher gekauft hatten, ruhten wir noch ein wenig aus und gingen am Abend ins Kino. Bridget Jones war angesagt und wir haben uns wunderbar amüsiert.

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Mittwoch, 15. Juni 2022