Home
 Australia Southwest (WA)
 Australia Westcoast (WA)
 Australia Northwest (WA)
 Australia Top End (NT)
 Australia Red Centre (NT)
 Australia South (SA)
 Australia Victoria (VIC)
 Australia Tasmania (TAS)
 Australia Sydney (NSW)
 New Zealand South Island
 New Zealand North Island
 Thailand
 
 Bildergalerie
 Gästebuch
 
 Unser Geschäft
 Mail an Tanja
 Mail an Tobias
New Zealand South Island  
Freitag, 21. Januar 2005
von Tobias
Ein weiterer Reisetag stand uns heute bevor und da wir gestern Abend noch nichts gepackt hatten, widmeten wir uns diesem Vergnügen erst heute Morgen. in der Zwischenzeit sind wir jedoch zu richtigen Packprofis avanciert, und das ganze ging ziemlich leicht von der Hand. Ohne zu Frühstücken und mit einer Telefonabrechnung von über 150 Australischen Dollar verliessen wir das Hotel mit dem Taxi in Richtung Flughafen. Das Check-In verlief schnell und problemlos und wir hatten anschliessend genügend Zeit, um unser Frühstück bei einer McDonalds-Filiale nachzuholen und die noch fehlenden Geschenke einzukaufen.

Obwohl wir erst um zehn vor zwölf Uhr beim Gate 23 hätten sein müssen, machten wir uns bereits eine Stunde früher auf den Weg zur Passkontrolle, was sich als eine gute Idee herausstellte, denn eine ganze Stunde mussten wir in einer Kolonne warten bis wir uns endlich bis zum Mann mit Uniform durchgekämpft hatten. Dieser liess sich aber von der noch wartenden Schlange hinter uns überhaupt nicht stressen und führte in aller Ruhe seine Arbeit aus.

Als wir nach diesem mühsamen Prozedere endlich zu unserem Gate kamen, waren wir bereits bei den letzten Passagieren, die ins Flugzeug einstiegen, das uns heute nach Christchurch bringen würde. Der Flug verlief war dann angenehm und, zumindest für mich, entspannend. In Christchurch selber erwartete uns dann nochmals das gleiche Spiel wie in Sydney. Zwar warteten wir nicht mehr eine ganze Stunde, bis wir durch die Passkontrolle konnten, aber dreissig Minuten waren es bestimmt. Dafür konnten wir anschliessend unser Gepäck ziemlich bald in Empfang nehmen.

Beim Ausgang wartete auch schon Robyn, um uns abzuholen. Tanja wohnte drei Monate bei Robin und Michael, als sie vor vier Jahren einen Fremdsprachenaufenthalt in Christchurch machte, und der Kontakt brach während dieser Zeit nie ab. Wir hatten uns schon lange auf dieses Wiedersehen mit ihnen gefreut. Die nächsten drei Tage dürfen wir nun ihre Gäste sein. Auf dem Parkplatz des Flughafens wartete bereits Michael im Auto auf uns. Nach einer herzlichen Begrüssung wurden wir zu ihnen nach Hause chauffiert. Dort trafen wir dann auch ihre beiden Kinder Emma und Tristen wieder, die sich in der Zwischenzeit ziemlich verändert hatten – ganz im Gegenteil zu Robin und Michael. Zudem lernten wir die beiden Studentinnen Caroline aus der Schweiz und Maiko aus Japan kennen, die hier im Moment einen Fremdsprachenaufenthalt machen.

Den restlichen Nachmittag und den ganzen Abend verliessen wir das Haus nicht mehr und genossen es einfach mit Robyn und Michael zu plaudern. Erst sehr spät konnten wir uns dann überwinden ins Bett zu gehen. Es ist ein schönes Gefühl hier so willkommen zu sein.


Samstag, 22. Januar 2005
von Tanja
Wiedersehen mit Christchurch! Es ist wirklich wunderbar hier zu sein. Nach einer angenehmen Nacht frühstückten wir hier bei den Nicols. Es fühlte sich fast genau so an wie vor vier Jahren, als Tobi und ich noch gemeinsam ein paar Tage hier verbrachten. Robyn und Michael sind wirklich noch die Selben und geben einem das Gefühl hier wirklich willkommen zu sein, obwohl sie das Haus eigentlich bereits voll hätten mit den beiden Studentinnen, die hier leben.

Nach dem Frühstück entschlossen wir uns ohne spezielle Pläne mit dem Bus in die Stadt zu fahren. Am «Cathedral Square» angekommen kamen mir doch tatsächlich fast die Tränen, da so viele Erinnerungen an eine tolle Zeit in Neuseeland geweckt wurden. Ich erkannte sofort alles wieder und es fühlte sich sehr vertraut an, da sich auf den ersten Blick nicht viel verändert hatte.

Das Wetter spielte ebenfalls mit und es war sonnig und warm. Wir spazierten eine Weile in der Stadt herum und schauten in den ein oder anderen Laden hinein, wo wir dann auch für Tobi zwei Kurzarmhemden und für mich zwei T-Shirts fanden. Zufrieden mit unseren Einkäufen genehmigten wir uns später zum Lunch Nudeln und Reis vom Chinesen auf dem «Cathedral Square», welcher ebenfalls noch der Selbe war wie vor vier Jahren. Fast jeden Mittag hatten wir uns damals dort ewas zu Essen geholt.

Unsere Fruchtsaft-Entdeckung «Boost» gibt es hier in Neuseeland zwar nicht, aber wir fanden glücklicherweise einen Nachahmer, der ähnlich frische Fruchtsäfte zubereitete. Zwar schienen die Leute nicht ganz so professionell wie bei «Boost» aber es schmeckte dann fast genauso gut.

Am Nachmittag entschlossen wir uns dann zum stadtnahen «New Brighton Beach» zu fahren. Dafür nahmen wir wieder den Bus. Leider hatte sich der Himmel in der Zwischenzeit etwas verdunkelt und es waren Wolken aufgekommen. Trotzdem blieben wir etwas über eine Stunde in New Brighton und spazierten etwas am Strand entlang und genossen es einfach hier zu sein.

Wieder zurück in der Stadt sahen wir uns das Kinoprogramm an und entdeckten einen neuseeländischen Film, den wir vorher zwar nicht gekannt hatten, aber von welchem uns Robyn und Michael am Abend zuvor erzählt hatten. Da er uns interessierte entschlossen wir uns Tickets zu kaufen für die Vorstellung um 18.20 Uhr. Da es für die Vorstellung noch etwas zu früh war, checkten wir in einem Internetcafé unsere Mails und gönnten uns einen feinen, heissen Café bei «Starbucks».

Der Film gefiel uns dann sehr, obwohl er vor allem für Tobi doch manchmal schwer zu verstehen war. Er basiert auf dem Buch eines bekannten, neuseeländischen Autors und es handelt sich dabei um eine Familientragödie.

Nach dem Film war es bereits 20.30 Uhr und somit auch Zeit für ein feines Znacht in einem Restaurant. Wir hatten uns vorher schon entschlossen in einem indischen Restaurant in der Nähe des «Squares» zu speisen, welches ich ebenfalls noch von meiner Zeit hier in Christchurch kannte. Obwohl das Restaurant ziemlich voll war fand man für uns noch ein nettes Plätzchen. Das Essen war, wie ich mich auch erinnert hatte, wirklich fantastisch und ich genoss dazu ein feines Glas Wein aus der Marlborough-Region und für Tobi gabs ein indisches Bier, das er sehr mochte.

Da es danach schon ziemlich spät war und wir auch bereits etwas müde waren, beschlossen wir, zum Haus der Nicols zurückzufahren und das geplannte «Guinness» in meinem Lieblingspub «The Bog» auf den nächsten und schon letzten Abend in Christchurch zu verschieben.

Nach einer kurzen Unsicherheit wegen des neuen bzw. erweiterten Bussystems kamen wir dann wieder sicher in der Malvern Street Nr. 62 an. Michael and Robyn trafen dann etwas später auch ein und wir plauderten noch eine Weile bevor wir dann todmüde ins Bett fielen. – Es ist einfach toll wieder hier zu sein. Ich kann es nicht oft genug sagen. Natürlich ist es anders, als beim letzten Mal, da ich zu dieser Zeit all «meine Girls» um mich hatte, die ich nun doch etwas vermisse, aber es ist trotzdem wunderbar und Tobi und ich geniessen es sehr.


Sonntag, 23. Januar 2005
von Tobias
Da es heute Sonntag war, blieben wir bis um acht Uhr im Bett liegen bevor wir aufstanden und uns nach einer Dusche in der Küche unser Frühstück zubereiteten. Draussen war es zwar ein wenig windig, aber der Himmel war strahlend blau. Da wir noch die Bilder von Sydney für unsere Internetseite auswählen und vorbereiten wollten, fuhren wir nicht gleich in die Stadt, sondern blieben den ganzen Morgen im Haus der Nicols. Erst gegen Mittag machten wir uns auf zur Busstation. Auf dem Weg dorthin fand Tanja auf dem Fussweg zwei kleine Vögel, die wohl aus dem Nest gefallen waren. Der eine der beiden war bereits tot; der andere lebte jedoch noch. Wir konnten das arme kleine Tier nicht einfach so liegen lassen und brachten es zurück zum Haus. Emma und Tristan freuten sich zum Glück sehr über unseren Patienten und meinten, sie würden sich gerne um ihn kümmern.

Trotz diesem kleinen Intermezzo hatten wir Glück und verpassten unseren Bus in die Stadt nicht, da dieser leicht verspätet unterwegs war. Das schöne Wetter und das Strassenkünstler-Festival, das zurzeit gerade in Christchurch stattfindet, hatte viele Leute auf die Strasse gelockt. Da das Frühstück zeitlich bereits weit zurücklag und mein Magen Nachschub forderte, besorgten wir uns bei einem Stand einen köstlichen vegetarischen «Kebab» mit Falafel. Frisch gestärkt schauten wir ein paar Strassenkünstlern zu, die an allen Ecken der Stadt die Leute unterhielten. Einige waren ziemlich lustig und wir hatten unseren Spass daran. Die Zeit verging wie im Fluge und nach einem Spatziergang im Stadtpark brauchten wir dringend einen Vitaminnachschub in Form eines frischgepressten Fruchtsafts. Später gings dann nochmals zum selben indischen Restaurant wie bereits gestern. Es schmeckte uns erneut fantastisch obwohl der Koch beim Gericht von Tanja etwas zu grösszügig mit scharfen Gewürzen umgegangen war.

Als wir relativ früh am Abend zurück bei den Nicols zuhause eintrafen, waren Robyn und Michael gerade dabei Randen einzumachen. Wir verbrachten den ganzen Abend in der dampfenden und nach Essig riechenden Küche bei den beiden. Als sie dann um etwa zehn Uhr fertig waren mit ihrer Arbeit, tranken wir noch Tee zusammen und diskutierten über dieses und jenes. Es war richtig gemütlich und wir genossen es richtig den Geschichten zuzuhören, die Michael erzählte. Um halb zwölf Uhr machten wir uns dann bereit fürs Bett, obwohl Michael noch gerne ein wenig länger mit uns philosophiert hätte.


Montag, 24. Januar 2005
von Tanja
Unglaublich dass wir Christchurch schon heute wieder verlassen würden. Unsere drei Nächte bei den Nicols waren vorüber und wir würden heute unser Auto von der Vermietstation abholen und unsere vierwöchige Reise durch Neuseeland beginnen. Natürlich hätten wir noch länger bei den Nicols bleiben dürfen, da wir aber nur einen Monat zur Verfügung hatten, wollten wir aber natürlich auch möglichst viel Zeit mit Herumreisen verbringen.

Mit sehr gemischten Gefühlen standen wir also am Morgen auf, packten unsere sieben Sachen und bereiteten unser Frühstück einmal mehr in der Nicol’schen Küche zu. Da wir unser Auto erst um die Mittagszeit abholen würden, blieb uns noch etwas Zeit für Erledigungen in der Stadt. Robyn würde uns später in der Stadt abholen und uns zu der Vermietstation fahren. Die beiden Kinder würden dann ebenfalls mitkommen, aber von Michael mussten wir uns bereits am Morgen verabschieden. Wie schon beim letzten Mal viel es uns allen sehr schwer und Tränen hatten sich in den Augenwinkeln bemerkbar gemacht. Es ist wirklich Schade, dass wir die Familie schon verlassen würden, da wir eine wirklichschöne Beziehung zu ihnen haben und sie vielleicht so bald nicht wieder sehen könnten, da Neuseeland ja nicht gerade am Weg liegt. Mit Umarmung und Küsschen verabschiedeten wir uns dann schweren Herzens mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen irgendwann einmal in der Zukunft.

Mit dem Bus fuhren wir dann um 9.00 Uhr ins Zentrum und suchten zuerst ein Internetcafé auf, in welchem wir wieder einmal eine Stunde verbrachten, um unsere Homepage zu aktualisieren. Wie immer waren wir natürlich auch gespannt über News von unseren Freunden und unserer Familie zu Hause, vor allem da zwei unserer engsten Freunde bald ein Baby erwarten. (Noch war es aber laut einem E-Mail unserer Freundin nicht so weit.)

Nach dem Besuch des Internetcafés war es Zeit für einen Besuch der «Dominion», meiner damaligen Englisch-Sprachschule in Christchurch. Von einer der Studentinnen, welche bei den Nicols wohnen, wusste ich, dass meine ehemalige Klassenlehrerin noch immer da war. Etwas nervös aber voller Vorfreude auf ein Wiedersehen spazierten wir um 10.30 Uhr und somit zur Pausenzeit in die Schule. Schon bald hatte ich Eileen in ihrem Büro entdeckt und klopfte dort an. Einen Moment lang schien sie zu zögern, aber als ich ihr dann erklärte, wer ich war, erkannte sich mich gleich wieder. Anscheinend war unsere damalige Klasse eine der letzten Examensklassen, die sie unterrichtet hatte und somit konnte sie sich tatsächlich sehr gut an uns alle erinnern. Sie hatte auch immer noch den Kalender mit Bildern von uns, den wir ihr damals zum Abschied geschenkt hatten.

Es war wirklich schön ein paar Minuten lang mit ihr zu plaudern und sie schien sich über den Besuch auch sehr zu freuen. (Ich solle nebenbei allen ganz herzliche Grüsse von ihr ausrichten!) Sie war noch immer die Selbe, trotz verändertem Haarschnitt, und ich konnte mich umso mehr an unsere Schulzeit hier erinnern. Wir hatten wirklich eine tolle Zeit hier in Christchurch, und sie wird für immer als wunderbare Erinnerung in meinem Herzen einen Platz finden.

Da wir schon bald weiter mussten verabschiedeten wir uns von Eileen und nach einem letzten Rundgang in der Schule machten wir uns auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt mit Robyn, die uns nun zur Vermietstation fahren würde. Pünktlich holte sie uns vor der Schule ab und wir fuhren gemeinsam Richtung Flughafen, wo wir unser Auto abholen würden.

Die richtige Adresse hatten wir bald gefunden und nun hiess es einmal mehr Abschied nehmen. Diesmal von Robyn und den Kindern. Auch hier fiel es uns nicht leicht, aber es blieb uns wohl nichts anderes übrig. Wiederum mit Tränen in den Augen gabs eine Umarmung für Robyn und Emma, und ich bekam sogar ein scheues Küsschen vom elfjährigen Tristan. Wiederum gab es das Versprechen, dass wir uns irgendwann einmal wieder sehen würden, und ich hoffe sehr, dass das möglich sein wird.

Bei der Vermietstation mussten wir uns erst einmal anmelden und unsere weiteren Reisedokumente entgegennehmen. Nach einer Stunde Wartezeit wurde uns dann jemand zugeteilt, der die Formalitäten wie Mietvertrag und Versicherung mit uns durcharbeitete. Das dauerte dann nicht so lange und wir konnten schon bald unser Auto entgegennehmen. Der silberfarbene «Toyota Echo» war ganz niedlich. Damit meine ich auch ziemlich klein – oder gar schon winzig. Wir schafften es, all unser Zeug irgenwie zu verstauen und düsten los. Es war schon eine ziemliche Umstellung, jetzt nicht mehr mit einem Camper unterwegs zu sein. Wir hatten Neuseeland ja schon einmal wunderbar in einem Auto bereist, aber nach zweieinhalb Monaten in einem Camper viel es uns schon schwer, uns wieder ans Reisen in einem Auto zu gewöhnen. Tobi genoss es zwar, für einmal nicht mehr einen Bus durch die Gegend steuern zu müssen, aber wir vermissten beide unseren «Little Britz» schon ein bisschen. Wir mussten uns wohl einfach wieder etwas umgewöhnen.

Nachdem wir den Weg aus Christchurch heraus gefunden hatten, machten wir uns auf Richtung «Banks Peninsula» wo wir unser heutiges Ziel «Akaroa» ansteuerten. Viele französische Siedler hatten sich 1849 ein neues Heim aufgebaut und deshalb ist die ganze Gegend etwas «französisch» angehaucht. So findet man zum Beispiel einen Hafen mit dem Namen «Le Bons», dann gibt’s das «Chez la Mer Backpackers», das «C’est la Vie Bistro» und vieles mehr mit französischen Namen. Man ist hier sehr stolz auf die französischen Vorfahren.

Der Weg nach Akaroa ist einfach traumhaft. Eine gewundene Strasse führt durch landwirtschaftliches Gebiet hinauf in grüne Hügel bis zum höchsten Punkt von welchem Man einen wunderbaren Blick auf die fantastische Bucht und das Städtchen hat. Die hügelige Halbinsel wurde ursprünglich durch zwei gigantische Vulkanausbrüche geformt und steht in dramatischem Kontrast zum eher flachen Gebiet rund um «Christchurch», der «Canterbury Plains».

Bei wunderbarem Wetter kamen wir im Verlauf des Nachmittages (die Fahrt hatte etwa eineinhalb Stunden gedauert) in Akaroa an. Es dauerte eine Weile, bis wir eine Unterkunft gefunden hatten. Die Doppelzimmer in den Backpackern waren alle schon ausgebucht und so versuchten wir es bei der Touristeninformation. Dort konnte man uns zwar Auskunft geben, aber keine Unterkunft organisieren, da die einzige Telefonlinie gerade von einem anderen Mitarbeiter besetzt war. Wir entschlossen uns dann zu einem Motel am Stadteingang zu fahren, um unser Glück dort zu versuchen. Budget-Motel-Units waren im «Grand Hotel» leider keiner mehr zu vergeben, aber die Dame an der Rezeption bot uns das «White House» für 65 Dollar pro Nacht an. Dieses «White House» stellte sich dann wirklich als ganzes, etwas heruntergekommenes Gebäude heraus, mit Küche, Badezimmer, Dachstock mit Balkon und etwa drei Schlafzimmern. Obwohl das ganze etwasrenovationsbedürftig war, war es sauber und bot uns alles, was wir brauchten, und wir entschlossen uns das Angebot anzunehmen. Das Haus stellte sich dann als ganz gemütlich heraus und der Dachstock mit Balkon war fantastisch und bot einen tollen Ausblick auf die Bucht. Wir hatten da ein echtes «Schnäppchen» gemacht.

Damit wir uns möglichst selbst verpflegen konnten, gingen wir dann noch zum nächsten Supermarkt und machten die wichtigsten Besorgungen, so dass wir zumindest das Nachtessen und das Frühstück selbst zubereiten konnten, jetzt wo wir schon eine Küche zur Verfügung hatten. Nach dem Einkauf machten wir noch einen Spaziergang zum Hafen und verweilten auf dem dortigen Bootssteg für eine Weile und genossen die «spätnachmittagliche» Stimmung.

Später gab es dann einmal mehr Pasta mit Pestosauce in unserem heutigen Daheim. Wir genossen das Znacht im Dachstock und verbrachten einen gemütlichen Abend. Unser zweitletzter Abschnitt unserer grossen Reise hatte nun begonnen. Etwas wehmütig über den Abschied der Nicols und auch das baldige Ende unserer Reise (die Zeit verging einfach unglaublich schnell und nun lag nur noch etwa ein Viertel unseres gesamten Trips vor uns), aber doch mit Vorfreude auf alles was in den nächsten Wochen noch vor uns lag, fielen wir erschöpft ins Bett.


Dienstag, 25. Januar 2005
von Tobias
Ziemlich ausgeschlafen standen wir um halb acht Uhr auf. Die anschliessende Dusche in unserem «White House» war eine ziemlich diffizile Angelegenheit. Man musste sehr vorsichtig beim Einstellen der Wassertemperatur vorgehen. Schnell war das Wasser zu heiss, und man verbrannte sich beinahe die Haut. Dann gabs Frühstück wie zu alten «little Britz»-Zeiten mit Corn Flakes und Toast mit Erdnussbutter.

Mit vollem Magen fuhren wir zurück nach Christchurch, wo wir in einem Riesen-Einkaufszentrum eine Kühlbox und Esswaren kauften. Wir verbrachten über zwei Stunden in diesem Gebäudekomplex bevor unsere Reise endlich weiter zum Lake Tekapo ging. Nach einer etwa dreistündigen Fahrt bei herrlichem Wetter durch Neuseelands hügelige Landschaft kamen wir im Touristenort Tekapo an. Der kleine Ort mit zirka 300 Einwohnern liegt am südlichen Ende des Sees und bietet eine wahrhaft traumhafte Kulisse mit dem türkisblauen Lake Tekapo und den südlichen Alpen, die sich dahinter erheben. Die südlichen Alpen der Südinsel Neuseelands kann man ganz am Anfang vom zweiten Teil von «Lord of the Rings» sehen, wo sie als Misty Mountains fungieren. Zudem wurden sie für viele «Location Shootings» als Kulisse verwendet.

Auf dem «Lake Tekapo Motels & Motor Camp»-Caravanplatz fanden wir eine einfache Unterkunft für stolze 50 Dollar. Wir stillten als erstes unseren Hunger mit einem kleinen Snack bevor wir mit Badehose, Frottétuch und eindeutiger Badeabsicht an den Strand gingen. Der Sprung ins Wasser brauchte zwar eine enorme Überwindung, denn das Wasser war sehr kalt. Tanja liess es sogar ganz bleiben und begnügte sich mit einem Sonnenbad am Strand. Wir verbrachten eine ganze Weile am See und genossen die warmen Sonnenstrahlen und die herrliche Umgebung.

Zum Znacht machten wir noch die restlichen Spaghetti Pesto, die wir in der mit Leuten überfüllten Camperküche zubereiteten. Nach dem Znacht machten wir noch einen gemütlichen Spatziergang dem Seeufer entlang und versuchten uns im «Schieferen». Tanja schaffte bei den meisten Versuchen über vier Steinsprünge, während meine Würfe meistens nach zwei Hüpfern kläglich endeten.


Mittwoch, 26. Januar 2005
von Tanja
Nach einer Vollmondnacht am Lake Tekapo klingelte um 6.15 Uhr der Wecker und ich schaffte es eine halbe Stunde später aufzustehen und mich zum Badezimmer aufzumachen. Tobi knurrte noch vor sich hin musste aber nach meiner Rückkehr vom Bad wohl oder übel auch aus den Federn, bzw. aus dem Schlafsack kriechen.

Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen wieder ins Auto (habe ich schon einmal erwähnt, dass es echt winzig ist) und fuhren ein kurzes Stück vom Motorcamp bis zur hübschen Steinkirche «Church of the Good Shepherd» am Lake Tekapo, welche 1935 gebaut wurde. Neben der Kirche findet man eine Statue eines Collies, welche zur Ehre der Hirthunde errichtet wurde, ohne welche die Entwicklung der Schafzucht im Mackenzie Country nicht möglich gewesen wäre. Die Kirche ist wirklich schön und befindet man sich im Innern hat man einen fantastischen Blick auf den See und die dahinterliegenden «Southern Alps».

Nachdem wir noch ein paar Fotos des Sees und der Umgebung gemacht hatten, machten wir uns auf Richtung «Lake Pukaki», wo es einen Aussichtspunkt gibt, von welchem man bei klarem Wetter einen ersten Blick auf Neuseelands höchsten Berg, den Mount Cook (3755 m), werfen kann. Auf dem Hinweg schienen die als «Misty Mountains» dienenden «Southern Alps» ihrem Filmnamen alle Ehre zu machen, da man die Berge durch den dichten Nebel, der sie umfing, kaum sehen konnte. Am Lake Pukaki angekommen, konnten wir dann aber doch einen Blick auf den Mount Cook erhaschen. Wir entschlossen uns dann Richtung «Mount Cook Village» zu fahren, wo wir dem berühmten neuseeländischen Berg etwas näher kommen konnten.

Die Fahrt dorthin war dann wirklich sehr schön und man schien fast auf den Berg zuzufahren. Wie Tobi im Reiseführer nachgelesen hatte, konnte man eine Wanderung ins Hooker Valley unternehmen, wo man fantastische Ausblicke auf den Mount Cook und das umliegende Gletschergebiet haben soll. Wir starteten unseren «Walk» dann kurz vor Mittag und wanderten etwa eine Stunde bis wir die im Reiseführer erwähnte zweite Hängebrücke erreicht hatten. Nachdem wir diese überquert hatten (was macht man nicht alles, um einen Berg zu sehen), kam der eindrückliche und schneebedeckte Berg dann richtig in unser Blickfeld. Noch ein paar Minuten mehr und wir hatten einen perfekten «Fotostopp» gefunden. Wir genossen den Ausblick für eine Weile und entschlossen uns die Wanderung, welche zum «Hooker Lake» weiterführen würde, nicht ganz zu beenden und wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren, da wir heute noch weiter an die Ostküste fahren wollten.

Auf dem Weg Richtung Twizel legten wir noch eine Lunchpause ein, von wo aus wir zum letzten Mal einen schönen Blick auf den Mount Cook hatten. Später gings dann weiter nach Omarama, wo wir Richtung Osten abbogen. Vorbei am «Lake Benmore» und am «Lake Aviemore» fuhren wir unserem Ziel «Oamaru» entgegen. Wir durchquerten eine traumhafte Gegend, die einmal mehr die Vielfältigkeit Neuseelands widerspiegelte. Die türkisblauen Stauseen (schienen sehr beliebt zum Baden und für Wassersport – wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, wären wir vielleicht auf einem der Campingplatze der Gegend über Nacht geblieben) wurden umgeben von goldgelb leuchtenden Hügeln und überall weideten Schafe. Man konnte Beeren und Früchte am Strassenrand kaufen und wir fuhren durch hübsche, kleine Städtchen.

Gegen 17.00 Uhr kamen wir dann in Oamaru an, welches für seine hier am Strand nistenden Pinguinkolonien bekannt war. Uns empfing eine hübsche Stadt und wir fuhren als erstes zum Visitorcentre um uns über die Pinguine schlau zu machen. Es gibt hier zwei verschiedene Kolonien zu beobachten. Einmal die «Little Blue Penguins» oder «Fairy Penguins», welche wir bereits dreimal erleben durften, und die «Yellow Eyed Penguins», von welchen eine kleine Kolonie am «Bushy Beach» nistete. Diese Pinguine gehören zu den seltensten Pinguinen der Welt und kommen nur in Neuseeland und ein paar umliegenden Inseln vor. Wir entschlossen uns keine weiter Tour zu buchen und am Abend selbst zum Aussichtspunkt zu fahren und unser Glück zu versuchen. Das war für die «Yellow Eyed Penguins» hier nämlich möglich, da ein für die Öffentlichkeit zugänglicher Boardwalk mit Aussichtsplattform mit Blick auf den Strand erstellt worden war.

Als nächstes war dann die Unterkunft dran. Wir versuchten es beim «Top Ten»-Caravanpark in der Stadt und hatten auf Anhieb Glück. Man bot uns ein Cabin mit eigener Küche für 60 Dollar an, welches wir gerne nahmen. Das Cabin war dann wirklich spitzenklasse – vor allem im Vergleich zu demjenigen beim Lake Tekapo, wo wir für eine «alte Hütte» mehr bezahlt hatten. Zufrieden richteten wir uns ein und konnten uns so langsam ans Reisen ohne Camper wieder gewöhnen, da man räumlich halt schon viel mehr Platz hat als in einem Bus, und es sich so richtig gemütlich machen kann. Auch wenn es bedeutet Gepäck und Lebensmittel immer hin und her zu transportieren. Mit Cabins dieser Art und zu diesem Preis konnten wir auf jeden Fall gut leben.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, entschlossen wir uns etwas zu essen, bevor wir zu den Pinguinen fahren würden, da es sonst allenfalls etwas spät werden könnte. Unser Menü werde ich erst wieder im Detail schildern, wenn es wieder einmal etwas Abwechslung gibt ... Gegen 19.15 Uhr fuhren wir dann der «Bushy Beach Road» entlang zum Strand und Aussichtspunkt über eine steile und kurvige Strasse. Schon die Aussicht auf die Küste und das umliegende Gebiet war den abendlichen Ausflug wert. Das Licht war wunderbar, da die Sonne schon tief stand und wir machten uns auf zum Aussichtspunkt.

Während der nächsten eineinhalb Stunden konnten wir dann tatsächlich vier bis fünf der putzigen Pinguine beobachten, welche an den Strand geschwommen kamen um ihre Jungen in den Nestern zu füttern. Pinguin-Beobachtungen benötigen immer etwas Geduld, aber sie sind die Zeit wert. Auch wenn sie hier nicht in Scharen an den Strand schwammen, genossen wir es den Tieren zuzusehen.

Wieder zurück in unserem Cabin genossen wir den Rest des Abends mit einem Glas Wein bevor wir gegen Mitternacht zu Bett gingen.


Donnerstag, 27. Januar 2005
von Tobias
Ich hätte noch Stunden weiterschlafen können, aber das heutige Tagesprogramm liess dies unter keinen Umständen zu. Um sieben Uhr hiess es auch für mich den warmen Schlafsack zu verlassen. Als ich aus dem Fenster schaute, stellte ich fest, dass wir über Nacht vom Nebel eingehülllt wurden. Mit der Hoffnung, dass sich dieser bald auflösen würde, verliessen wir um etwa halb neun Uhr unsere gediegene Unterkunft in Oamaru und fuhren in Richtung Dunedin.

Auf dem Weg dorthin machten wir unseren ersten Stopp bei den Moeraki Boulders, die etwa 30 Kilometer südlich von Oamaru an einem Sandstrand liegen. Da sich der Nebel noch nicht verzogen hatte, zeigten sich die Steinkugeln, die ihre Form nicht durch Wind und Wasser, sondern durch regelmässig nach aussen gewachsene kristallisierte Mineralien erhalten haben, besonders mystisch. Geologisch gesehen ist dieser Umstand bestimmt sehr interessant, aber vor allem sehen die Moreaki Boulders einfach toll aus. Unser nächster Stopp war «Shag Point», wo man einige «New Zealand Fur Seals» beim ausruhen beobachten konnte.

Als wir in Dunedin ankamen, hatte sich der Nebel verzogen und der blaue Himmel wurde durch keine Wolke getrübt. Dunedin (keltisch für Edinburgh) wurde von schottischen Siedlern gegründet und war während dem Goldrausch die grösste Stadt im Land. Heute zählt die Metropole zirka 111'000 Einwohner und ist somit die zweitgrösste Stadt der Südinsel. Nach einem kurzen Besuch auf dem Visitor Centre fuhren wir zum Chalet Backpackers, wo wir die Aufgabe hatten, dem Besitzer einen Gruss von einem Kollegen von uns zu überbringen und wo wir auch übernachten wollten. Heinz, der Besitzer des Backpackers und auch Schriftsetzer von Beruf, freute sich dann auch sehr über die Grussbotschaft aus der Schweiz und wir unterhielten uns eine ganze Weile miteinander. Während dem Gespräch fanden wir dann auch heraus, dass Heinz der Onkel einer ehemaligen Arbeitskollegin von mir ist – die Welt ist so klein (liebe Grüsse an Katja Gianoli). Anschliessend zeigte er uns das Haus, das früher einmal ein Spital war und jetzt sehr hübsch in eine Unterkunft umgebaut wurde.

Das Tagesprogramm war damit aber noch nicht beendet. Am Nachmittag wollten wir noch unbedingt verschiedene Attraktionen auf der Otago Peninsula besuchen. Mit dem Larnach Castle begannen wir unsere Erkundungstour auf der Halbinsel. Das Schloss wurde im Jahre 1871 von JWM Larnach, einem Händler und Politiker, erbaut und kostete damals £ 125'000 was umgerechnet auf heute etwa NZ$ 25’000'000 entspricht. 1898 beging Larnach Selbstmord – sein Reichtum hatte wohl nicht gereicht, um ihn glücklich zu machen. Das Schloss und dessen Umgebung ist sehr hübsch und wir hatten einen wunderbaren Ausblick aufs Meer und das Festland.

Als Nächstes fuhren wir zum Taiaroa Head, der auch das Ende der Halbinsel war. Dort konnten wir in einer stündigen Führung die einzige Albatross-Kolonie, die man auf dem Festland finden kann, beobachten. Die Riesenvögel, die eine Flügelspannweite von bis zu drei Meter erreichen können, überraschten uns mit diversen Merkmalen. Wenn der Wind zuwenig stark blässt können Albatrosse nicht starten. Wenn sie aber einmal in der Luft sind, können sie eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Kilometer in der Stunde erreichen und pro Tag bis zu 500 Kilometer zurücklegen. Lediglich zum brüten kommen sie an Land. Sonst sind sie in der Luft oder schlafen schwimmend auf dem offenen Meer. Leider haben wir bei unserem Besuch der Kolonie keine Albatrosse in der Luft beobachten können.

Gleich anschliessend machten wir eine weitere Tour, um die «Yellow-Eyed Penguins» aus der Nähe zu sehen. Gut versteckt in Schützengräben oder hinter Holzabdeckungen konnten wir mehrere der überhaupt nicht geselligen Pinguine beobachten. Der Guide erklärte uns, dass die Tiere ihre Nistplätze soweit voneinander entfernt platzieren, sodass sie sich nicht sehen können.

Mittlerweile ist es Abend geworden und wir fuhren nach der Pinguintour zurück in die Stadt, um im Restaurant «Etrusco», das uns Heinz von unserem Backpacker-Hotel empfohlen hatte, ein wunderbares Znacht zu geniessen. Das Essen und Ambiente im Restaurant waren fantastisch und der Knoblauchgeschmack in unseren Mündern wird uns noch lange an den Abend erinnern ...


Freitag, 28. Januar 2005
von Tanja
Da wir am Morgen früher aus den Federn waren, als der Besitzer des Hostels, hinterliessen wir ihm eine kurze Nachricht, um uns so von ihm zu verabschieden, bevor wir unsere sieben Sachen wieder ins Auto packten und losfuhren. Vor unserer Weiterfahrt Richtung Süden wollten wir noch der «steilsten Strasse der Welt» einen Besuch abstatten, welche man hier in Dunedin findet. Wir fanden die «Baldwin Street» dann auch auf Anhieb und staunten nicht schlecht über die wirklich sehr, sehr steile Strasse. Natürlich erklommen wir diese auch gleich und hatten von oben einen wunderbaren Ausblick. Wirklich rühmen kann man sich mit dieser «Erklimmung» natürlich nicht, da es Menschen gibt, die in den Häusern am obersten Ende der Strasse wohnen und den Weg tagtäglich gehen oder auch fahren müssen. Obwohl andere Touristen das Wagnis eingingen, mit dem Auto hoch und wieder hinunterzufahren, begnügten wir uns mit dem Spaziergang, da es uns einfach etwas zu steil war.

Nach diesem kurzen Zwischenstopp sollte es dann endlich weitergehen Richtung Süden auf der «Southern Scenic Road». Obwohl uns gemäss Karte alles klar schien, wurden wir auf dem Weg aus Dunedin irgendwie wieder zurück in die Stadt geschleust und nutzten diese «kleine Irrfahrt» noch zum Tanken, was uns eigentlich ganz gelegen kam. Der Tankwart erzählte dann Tobi, dass sich jeder Tourist auf dem Weg nach Süden verfahren würde (so macht diese Tankstelle wohl eine Menge Geld mit den Touristen). Zum Abschied meinte er dann noch «Goodbye and we might see each other again, my friend» womit er uns mitteilen wollte, dass Touristen wohl oftmals dazu neigen den selben Fehler gleich zweimal zu machen

Beim zweiten Versuch schafften wir es dann aber auf die richtige Strasse und assen unterwegs auf einem Parkplatz eine Schale Cornflakes, da wir in Dunedin nichts gefrühstückt hatten. Die «Southern Scenic Road» führte uns in Form einer ungeteerte Schotterpiste durch Wiesen- und Farmland mit den vielen, für Neseeland typischen Schafen. Auf den kurvigen und ungeteerten Strassen unterwegs waren wir für einmal froh, nicht mit einem Camper unterwegs zu sein, da es wohl einiges mehr gerüttelt und geschüttelt hätte.

Unser erster Stopp war dann Milton, wo wir uns über den Besuch eines alten Eisenbahntunnels (ca. 450 m lang) erkundigten, wo man Glühwürmchen sehen konnte. Ausgerüstet mit den Richtungsangaben fanden wir den «Mount Stuart Tunnel» auch sofort und traten den kurzen Spaziergang über den Hügel an, um den Eingang des Tunnels zu erreichen. Die Durchquerung des Tunnels war dann ziemlich gespenstig, da es wirklich stockfinster war, aber die Sichtung von Glühwürmchen an diversen Stellen an der Decke des Tunnels entschädigte für das mulmige Gefühl im Bauch.

Weiter gings dann zum «Nugget Point und Lighthouse», dem Ort in den Catlins, an welchen wir uns noch sehr gut vom letzten Mal erinnern konnten. Der dichte Nebel und die Wolken, von welchen wir während der Fahrt umhüllt worden waren, hatten sich in der Zwischenzeit auch verzogen und so hatten wir nach einem kurzen Spaziergang zum Leuchtturm einen fantastischen Blick auf die Felsformationen im Meer und die dahinterliegende Küstenlandschaft. Ein traumhafter Ausblick. Entlang der umliegenden Küste konnte man an verschiedenen Orten auch Sealions im Wasser und an Land beobachten.

Auf einer weiteren, langen und kurvigen Schotterpiste ging es dann zur «Cannibal Bay», an welcher die scheuen und seltenen «Hooker Sealions» zu beobachten sind, welche um einiges Grösser sind als die «New Zealand Fur Seals», die wir bisher gesehen hatten. Tobi glaubte zwar nicht daran welche zu sehen, aber nach einem kurzen Spaziergang am Strand entlang entdeckten wir gleich drei Exemplare dieser riesigen Säugetiere. Sehr aktiv waren sie nicht. Sie lagen nur herum und sonnten sich. Da die Tiere aggressiv reagieren, darf man ihnen nicht zu Nahe kommen und daran hielten wir uns auch und spazierten mit genügend Abstand an ihnen vorbei.

In der Nähe von Owaka machten wir dann im Verlauf des Nachmittages einen Abstecher zu den «Purakaunui Wasserfällen» bevor wir uns in Papatowai auf die Suche nach einer Unterkunft machen wollten. Das kleine Städtchen war wiederum über Schotterpisten zu erreichen, doch mit den Unterkünften hatten wir leider kein Glück. Wir entschieden uns wieder zurück nach Owaka zu fahren, welches etwa 26 km entfernt lag und als einer der beiden Versorgungs- und Informationsstützpunkte der Catlins bekannt ist. Nach dem zweiten Versuch fanden wir dann dort eine Motel-Unit im «Owaka Lodge Motel» mit Küche und Bad und quartierten uns dort für 80 Dollar für eine Nacht ein. Die Besitzerin Pam war freundlich und sehr gesprächig und gab uns Ratschläge und Informationen über das umliegende Gebiet. Sie empfahl uns als Geheimtipp auch die etwa 15 Minuten entfernte «Jacks Bay» zur Beobachtung von «Yellow Eyed Penguins». Obwohl wir diese putzigen Tierchen gerade am Abend zuvor beobachten konnten liessen wir es uns nicht nehmen, noch einmal einen weiteren Versuch zu starten, um die seltenen Tiere sehen zu können. Den mehr oder weniger genaueren Angaben folgend erreichten wir wiederum über diverse Schotterpisten gegen 20.15 Uhr den Strand, wo wir uns gemäss ihren Angaben an das linke Ende aufmachten um dort die bei Ebbe freiliegenden Steine zu erklimmen, um von dort aus die Pinguine sehen zu können. Kaum dort angekommen konnten wir tatsächlich schon den ersten am Strand erkennen. Er war wohl gerade angekommen. Begeistert von der baldigen Sichtung machten wir es uns mit unseren Thermo-Tassen mit Tee gemütlich und beobachteten das Meer und den Strand. Nach einiger Zeit konnten wir bereits den nächsten Pinguin in den Fluten heranspringen sehen. Wenn sie an den Strand kommen schwimmen sie oftmals nicht einfach mit den Wellen mit sondern hüpfen aus dem Wasser heraus und sehen dabei fast so aus wie Ping-Pong-Bälle. Ein fantastischer und urkomischer Anblick. Wir waren begeistert und fasziniert und blieben eine ganze Weile dort sitzen. Insgesamt konnten wir sechs Pinguine sehen. Da es mit der Zeit langsam dunkel wurde, beschlossen wir zum Motel zurückzukehren, um uns auf dem Rückweg nicht zu verfahren, da wir über einige abgelegene und schlecht gekennzeichnete Strassen gefahren waren.

Auf dem Rückweg zum anderen Ende des Strandes, wo wir unser Auto geparkt hatten, kreuzten wir doch tatsächlich den Weg von zwei weiteren Pinguinen und versuchten ganz ruhig und leise hinter ihnen vorbeizugehen, damit wir sie nicht davon abhielten zu ihren Nestern zu gehen, da die Tiere wirklich aussergewöhnlich scheu und schreckhaft sind. Wir konnten einen von ihnen aus ziemlich geringer Distanz sehen und es war echt toll. Glücklicherweise hatte er uns nicht beachtet und setzte seinen Weg Richtung Nest fort.

Den Rückweg zum Motel fanden wir dann auf Anhieb und machten es uns noch etwas gemütlich bevor wir nach dem ereignisreichen und wunderschönen Tag sehr müde ins Bett fielen.


Samstag, 29. Januar 2005
von Tobias
Da es an der Südküste so viel zu sehen gibt und wir heute Abend eigentlich in Te Anau sein wollten, mussten wir uns heute Morgen nach dem Frühstück ziemlich bald auf den Weg machen. Es war ein wahrer Sehenswürdigkeiten-Marathon, den wir heute zurücklegen wollten. Das Wetter war fantastisch und nachdem wir den Schlüssel bei Pam abgegeben hatten und sie uns noch etliche gute Tipps mit auf den Weg gegeben hatte, machten wir uns auf den Weg zur Surat Bay, wo man wie gestern an der Cannibal Bay Sea Lions beobachten kann. Gleich zwölf Stück trafen wir bei unserer Ankunft am Strand an. Wie «Riesen-Würste» lagen sie da und ruhten sich aus. Zwischendurch warfen sie Sand auf, um die Fliegen, von denen sie belagert wurden, zu verjagen.

Die nächsten Stopps waren der Florence Hill Lookout, von dem aus wir einen wunderbaren Ausblick über die Küste hatten, und der Lake Wilkie, zu dem wir nach einem kurzen Fussmarsch gelangten. Anschliessend gings dann zu den Cathedral Caves, die man nur bei Ebbe und nach einem 30-Minuten-Walk ab dem Parkplatz besuchen kann, da sie bei Flut vom Meer umspült sind. Diese Höhlen waren wirklich beeindruckend. Tanja wurde dann noch gefragt, ob sie ein Bild für ein englisches Paar machen könne, was sie natürlich gerne tat. Das Problem war aber, dass die Kamera im Wiedergabemodus befand und Tanja so lange auf den Auslöseknopf drücken konnte, wie sie wollte, ohne dass etwas passierte. Es dauerte eine ganze Weile bis die drei dies feststellten und Tanja war das ganze anschliessend ziemlich peinlich.

Bereits war der nächste Spatziergang angesagt, denn zu den McLean Falls, welche wir nach nur kurzer Fahrzeit erreichten, mussten wir ebenfalls laufen. Wir geniessen diese Spaziergänge aber immer sehr. Meistens führten die Wege durch bewaldetes Gebiet und die Temperaturen waren dadurch ein bisschen angenehmer für sportliche Aktivitäten als an der prallen Sonne. Bei den Wasserfällen ruhten wir dann ein Weilchen aus, bevor wir zurück zu unserem Auto liefen.

Die Fahrt ging dann weiter bis zur Curio Bay. Dort konnten wir einen versteinerten Wald bestaunen. Dieser entstand vor zirka 180 Millionen Jahren durch einen Vulkanausbruch. Überall lagen Baumstämme herum und aus dem Fels ragten Baumstümpfe. Zum Teil konnten wir sogar noch die Jahrringe erkennen. Nur war das alles nicht mehr aus Holz sondern wirklich richtig versteinert. Weiter unten am Strand entdeckte ich dann plötzlich einen Yellow Eyed Pinguin. Bis auf die Führung, die wir vorgestern gemacht hatten, bot sich bis jetzt noch keine Möglichkeit so nah an diese Tiere zu kommen und wir freuten uns riesig über dieses Glück, das wir hatten.

Später gings dann noch kurz zur Porpoise Bay, wo man mit etwas Glück mit Delfinen schwimmen kann. Das letzte Mal, als wir hier waren, sahen wir tatsächlich viele Delfine im Wasser spielen. Ins Wasser gingen wir damals jedoch nicht, da das Wetter nicht mitgespielt hatte. Heute hätte zwar das Wetter zum baden gepasst (vielleicht wars ein bisschen zu windig und dadurch ziemlich kalt) aber die Delfine waren nicht vor Ort. Schade, aber zuviel Glück kann man ja nicht verlangen.

Als letzte Station wollten wir zum südlichsten Punkt Neuseelands, dem Slope Point, fahren. Wieder war ein Fussmarsch angesagt, der über eine Wiese führte, auf welcher viele Schafe weideten. Nach etwa zwanzig Minuten gelangten wir dann also an den südlichsten Punkt der Erde, den man auf dem Festland erreichen kann. Weiter südlich sind nur noch kleine Inseln und der Südpol. Irgendwie war dies schon ein eindrückliches Gefühl dort zu stehen.

Da es schon spät am Nachmittag war, mussten wir unser Ziel, Te Anau noch heute zu erreichen, vergessen. Wir beschlossen stattdessen nach Invercargill zu fahren und uns dort eine Unterkunft zu suchen. Beim «Invercargill Top 10 Holiday Park» fanden wir eine sehr nette «Self Contained Unit» für 78 Dollar. Nachdem wir das Auto ausgeladen hatten, fuhren wir noch kurz zu Woolworths, der ganz in der Nähe eine Filiale hatte und deckten uns mit Lebensmitteln ein. Obwohl Invercargill laut der sehr freundlichen Dame von der Rezeption einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten hätte, blieben wir den Abend in unserem gemütlichen Apartment und ruhten uns aus. Für heute hatten wir wirklich genug Sehenswertes gesehen.


Sonntag, 30. Januar 2005
von Tanja
Wir verliessen Invercargill etwa um 8.30 Uhr und begaben uns einmal mehr auf den «Southern Scenic Drive», diesmal aber Richtung Norden. Ein eigentliches Ziel für heute Abend hatten wir noch nicht bestimmt und wir wussten auch noch nicht genau, wie der Tag ablaufen sollte, aber wir wollten die folgende Nacht auf jeden Fall irgendwo im «Fjordland» im Südwesten Neuseelands verbringen.

Der «Fjordland Nationalpark» ist mit einer Fläche von 12’500 Quadratkilometern mehr als doppelt so gross, wie der zweitgrösste Nationalpark Neuseelands. Aufgrund der steilen, zerklüfteten Topographie, der wilden Küste, dem dichten Wald und dem eher rauen Klima ist dieses Gebiet kaum durch Strassen oder Siedlungen erschlossen. Das Fjordland wurde 1986 wegen seiner herausragenden natürlichen Merkmale, seiner aussergewöhnlichen Schönheit und seiner Rolle als Beispiel für die Entwicklungsgeschichte der Erde zu einem Weltnaturerbe erklärt.

Auf dem «Milford Sound» und dem «Doubtful Sound» (beides eigentlich keine richtigen «Sounds» sondern «Fjorde») werden verschiedene Boots- und Segeltouren angeboten, und wir wollten allenfalls an einer der Touren teilnehmen. Wir hatten bereits bei unserer letzten Neuseelandreise an einer Milford-Sound-Bootstour teilgenommen, wollten das Fjordland bei unser jetzigen Reise aber auf keinen Fall auslassen. Schon seit zwei Tagen hatten wir darüber nachgedacht, was wir machen sollten (die hohen Preise für die Bootstouren und unser eingeschränkter Zeitplan liessen uns nicht allzu viel Spielraum), aber wir waren noch zu keiner Entscheidung gekommen.

So fuhren wir einfach einmal Richtung Fjordland los und kamen ohne grosse Zwischenstopps kurz vor Mittag in Manapouri an, von wo aus die Trips auf dem «Doubtful Sound» starten. Im dortigen Visitorcentre informierten wir uns über mögliche Angebote und die dazugehörigen Zeit- und Preisangaben. Eigentlich hätte uns der Doubtful Sound gereizt, da wir den noch nicht gesehen hatten, aber eine Tour dorthin dauert über acht Stunden und so hätten wir einen ganzen Tag dafür gebraucht, da die Tour am nächsten Morgen losgegangen wäre. Eine andere Option war eine Bootstour mit Übernachtung auf dem Schiff, worüber Tobi schon zuvor einiges gelesen hatte und was auch von den Reiseführern wärmstens empfohlen wurde. Zufällig erblickten wir eine Liste mit Spezialangeboten für «Last-Minute-Angebote». Dort wurde eine «Milford-Sound»-Übernachtungsbootstour für 260 anstatt 310 Dollar angeboten, wenn man am heutigen Tag, also ziemlich kurzfristig, teilnehmen würde. Obwohl es uns noch immer als «sehr» um nicht zu sagen «zu» teuer schien, entschieden wir uns dann ganz spontan an diesem Trip teilzunehmen. Er würde am späteren Nachmittag von «Milford» aus starten und das Znachtessen, die Übernachtung in einer Doppelkabine und das Frühstück waren inbegriffen. Gegen 9.30 Uhr am anderen Morgen würde man dann wieder in «Milford» ankommen. So würden wir zwar noch einmal das selbe Fjord besuchen wie beim letzten Mal, aber doch auf eine ganz andere Art und Weise und vor allem fern von all den vielen Tagestouristen, die in ganzen Busladungen zu den Fjorden angefahren kamen.

Da wir nach «Milford» noch eine Fahrt von über zweieinhalb Stunden vor uns hatten, fuhren wir dann auch bald mit einem neuen Tagesziel vor Augen los. Das schöne an einem Ausflug auf dem «Milford Sound» ist vor allem auch der Weg dorthin, der durch dichte Wälder und imposantes und steiles Gebirge führt. Alles kam uns sehr vertraut vor und wir erkannten all die Aussichtspunkte und Walks wieder, die man auf dem Weg dorthin machen kann. Einzig die Keas (die einzigen Bergpapageien, welche es gibt) fehlten uns. Wir bekamen nicht einen einzigen zu Gesicht, und vor vier Jahren hatten sie uns und unser Auto kaum in Ruhe gelassen und waren schon etwas mehr als frech gewesen.

Da wir gegen 16.15 Uhr auf dem Schiff einchecken mussten, hielten wir aber nicht allzu oft und machten nur den kleinen Spaziergang zu «The Chasm», einer beeindruckenden Steinformation geformt durch das strömende Wasser im «Cleddau River».

Auf dem grossen Parkplatz in Milford angekommen wurden wir von ganzen Schwärmen von «Sandflies» (so eine Art stechender, kleiner Fliegen und wirklich sehr unangenehm) begrüsst und unsere erste Aktion war es, unser Anti-Insektenspray hervorzunehmen und uns damit zu besprühen wie dies auch all die anderen Touristen um uns herum taten. Dann packten wir zwei kleine Übernachtungsrücksäcke und machten uns auf den Weg zum Bootsanlegeplatz um dort einzuchecken und darauf zu warten, bis wir aufs Schiff gehen konnten, welches den Hafen um 16.35 Uhr verlassen würde.

Alles klappte problemlos und wir konnten pünktlich unsere Kabinen auf der «Milford Mariner» beziehen, welche Raum für 60 Passagiere bietet. Unsere Kabine war grösser als wir erwartet hatten, besass ein Doppelbett hatte ein kleines Fenster (ist mir gerade entfallen, wie man die in der «Seemannssprache» nennt) und ein eigenes kleines Badezimmer mit Dusche und WC. Wir waren absolut positiv überrascht und begeistert. Als nächstes sollte man sich im «Main Saloon» besammeln, wo einem vom ganzen Schiffs-Team der Ablauf der Cruise erklärt wurde und wo man alle Besatzungsmitglieder kennenlernte. Wir fühlten uns sehr wohl und waren froh an Board zu sein.

Die Fahrt begann mit einer einstündigen Cruise im Sound bzw. Fjord wo wir einen ersten Eindruck der ganzen Umgebung erhalten konnten. Leider war das Wetter nicht ganz auf unserer Seite, aber wir genossen es trotzdem sehr. Wir konnten eine Reihe von Wasserfällen bestaunen und einigen «Southern Fur Seals» auf einem Felsen zusehen. Etwa eine Stunde später ankerten wir in «Harrisons Cove», einer geschützten Bucht im Milford Sound, wo wir auch die Nacht verbringen würden. Dort hatten wir die Möglichkeit mit einem «Tender Craft», einem kleinenMotorboot die Bucht unter der Leitung eines «Nature Guides» etwas näher auszukundschaften. Er zeigte und erzählte uns einiges über die Bucht und die Fauna und Flora im Sound. Der Höhepunkt war aber, als wir einen der sehr seltenen «Fjordland Crested Penguins» am Strand entdeckten. Einmal mehr hatten wir wirklich Glück gehabt, da es in dieser Bucht nur 6 Paare dieser Pinguine gibt und sie sehr selten gesehen werden, da sie sehr scheu sind.

Wieder zurück auf der «Milford Mariner» hatten wir genügend Zeit um uns für das Znachtessen bereitzumachen. Wir waren früh dran uns setzten uns an einen freien Tisch, wo wir schon bald von zwei jungen Engländern Gesellschaft bekamen. Claire und Mike kommen aus Manchester in England und sind für sechs Wochen in Neuseeland unterwegs. Wir verbrachten gemeinsam einen fantastischen Abend mit wunderbarem Essen vom Buffet (vorangehende hatte es eine köstliche Gemüsecrémesuppe gegeben), einer Flasche Rotwein und einem (oder auch zwei) Glas neuseeländischem Bier.

Müde und sehr zufrieden fielen wir dann später in unserer Kabine ins Bett und freuten uns bereits jetzt schon auf die morgige Cruise hinaus zur Tasman Sea, bevor wir wieder zum Bootshafen zurückfahren würden.


Montag, 31. Januar 2005
von Tobias
Um sechs Uhr läutete heute Morgen unser Wecker und draussen regnete es. Wir hatten wunderbar geschlafen in unserer Kabine und genossen vor dem Frühstück eine warme Dusche, welche die Müdigkeit in unseren Knochen dann vollständig vertrieb. Wir gingen also mit neuer Frische in den Main Saloon und beluden unsere Teller mit allerhand Köstlichem. Wie bereits das Nachtessen, war auch das Frühstück sehr vielfältig und schmeckte uns sehr. Später gesellten sich auch noch Claire und Mike zu uns. Nachdem das Frühstück beendet war, lichtete unser Milford Mariner seinen Anker und wir fuhren entlang an steilen Felsen, die zum Teil mit Moos überwachsen waren, durch das Fjord dem Meer entgegen. Zum Glück hatte es aufgehört zu regnen. Der Himmel blieb jedoch bedeckt. Die ersten Wildtiere, die wir heute zu sehen bekamen, waren Southern Fur Seals, die sich auf einem Felsen ausruhten. Als wir uns bei der Meeresmündung zur Tasman Sea befanden, trafen wir auf viele Dusky Delfine, die uns zu unserer Freude eine ganze Weile begleiteten. Es schien so, als ob sie mit unserem Schiff ein Geschwindigkeitswettkampf austragen wollten. Auf dem Rückweg entdeckten wir in einiger Entfernung sogar Bottle Noise Delfine. Die ganze Tour war wirklich fantastisch und es hat sich trotz der hohen Kosten sehr gelohnt und wir bereuten unsere Entscheidung auf keinen Fall.

Unser Auto stand immer noch am gleichen Ort, als wir zum Parkplatz zurückkamen. Nachdem wir alles wieder an seinem Platz verstaut hatten, fuhren wir los in Richtung Queenstown, der Heimatstadt der Extremsportarten. Auf der Fahrt dorthin lichtete der Himmel langsam auf und als wir nach über vier Stunden Fahrt in Queenstown ankamen, wurden wir wieder vom besten Wetter und hohen Temperaturen begrüsst. Nach etwas längerem Suchen fanden wir in der Amber Lodge, die ziemlich zentral gelegen ist, eine einfache Unterkunft ohne Küche für 80 Dollar.

Um zirka vier Uhr befanden wir uns dann zu Fuss und mit leichtem Gepäck auf dem Weg ins Stadtzentrum. Alles war mit Autos vollgestopft und als Fussgänger musste man sich richtig über die Strassen kämpfen, da es in Queenstown nur wenige Fussgängerstreifen gibt. Nachdem wir die Einkaufsstrassen abgelaufen hatten, landeten wir schliesslich am Strand des  Lake Wakatipu von dem aus man eine herrliche Aussicht auf die gegenüberliegenden Berge hat. Zudem hatten wir von dort aus die Möglichkeit ein paar Extremsportarten bei der Ausführung zuzuschauen. Ausgeruht gönnten wir uns später ein indisches Nachtessen, da wir in unserer Unterkunft ja keine Küche hatten und somit nicht selber kochen konnten. Den restlichen Abend verbrachten wir wir dann gemütlich in unserer Unterkunft.


Dienstag, 1. Februar 2005
von Tanja
Heute Morgen wurden wir kurz vor sechs Uhr einmal nicht von unserem Wecker geweckt, sondern von einem SMS aus der Schweiz. Unsere Aargauer Freunde hatten ihr Baby bekommen und uns die freudige Nachricht per SMS mitgeteilt. Es war ein Junge und wir freuten uns sehr über die Mitteilung und wünschten uns einen Moment lang in der Schweiz zu sein, um sie besuchen zu können. Wir werden das natürlich auf jeden Fall bald nachholen.

Da wir nun schon wach waren und ein langer Tag vor uns lag, beschlossen wir dann auch gleich aufzustehen. Zumindest ich stand auf und wie üblich blieb Tobi so lange liegen, bis ich ihn ins Badezimmer bugsierte.

Nach dem Frühstück war als erstes ein Besuch in einem Internetcafé geplant, wo wir die neusten Tagebucheinträge und die ersten Bilder von Neuseeland auf unserer Webseite platzieren wollten. Wiederum mussten wir bei verschiedenen Internetcafés nachfragen, ob man ein Powerbook anschliessen kann, um ins Internet zu kommen, aber gegen 9.00 Uhr fanden wir im «Budget Communications» Internetcafé einen sympathischen und freundlichen Laden, der die Verbindung auch noch zu sehr günstigen Preisen anbot.

Bis wir alles erledigt hatten war es schon fast 11.00 Uhr und wir machten uns auf zu unserer gestrigen Unterkunft, wo wir netterweise das Auto für den Morgen stehen lassen konnten. Gepackt hatten wir bereits nach dem Frühstück. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt unsere Sachen vom Auto in die Unterkunft umzupacken und umgekehrt. Wir benötigten bei weitem nicht mehr so viel Zeit wie am Anfang und genossen es nun sogar in der Unterkunft etwas mehr Platz zu haben, als in Australien mit dem Campervan (den ich aber doch immer noch ab und zu ein wenig vermisse).

Als wir dann endlich startklar waren, verliessen wir Queenstown, um uns in Richtung des «Deer Parks Heights» aufzumachen. Wir hatten am Tag vorher beschlossen an keiner der so für Queenstown bekannten Funsportarten wie Jetboating, Skydiving oder Bungeejumping (usw.) teilzunehmen. Zum Teil aus Zeitmangel und da das Ganze eine Menge kostet und wahrscheinlich auch weil uns einfach die Lust und bei einigen bestimmt auch der Mut dazu fehlte.

Hingegen hatten wir gestern in einem Visitorcentre den «Deer Parks Heights» entdeckt wo man neben Rehen, Hirschen, Hochland Rindern, Schafen, Bison Yaks usw. auch Schauplätze besichtigen kann, an welchen einzelne Szenen aus «Lord of the Rings» gedreht wurden. Dieser Park umfasst ein riesiges, eingezäuntes Gebiet wo all die oben genannten Tiere gehalten werden.

Das Wetter am heutigen Tag war einfach fantastisch. Sonnig und blauer Himmel ohne ein einziges Wölkchen. Wirklich traumhaft. Gegen 11.45 Uhr kamen wir dann beim Park an, wo man für 20 Doller mit dem Auto hineinfahren kann. Das Gebiet ist wirklich ziemlich gross und umfasst eine zum Teil steile und wunderschöne hügelige Landschaft, auf welcher sich die verschiedenen Tierarten in einer Art Freilichtgehege aufhalten. Kurz nach dem Eingang konnte man sich für einen Dollar noch eine Büchse mit Futter für die Tiere besorgen und dann gings als erstes los zu den Ziegen, Eseln und Mini-Pferden. Schon als wir heranfuhren kamen sie uns aufgeregt und gierig entgegen und liessen sich gerne von uns füttern. Einige der Ziegen wurden sogar ziemlich aufdringlich und es war schwer, sie wieder loszuwerden.

Die Fahrt durch den Park war dann wunderschön und die Ausblicke auf das umliegende Berggebiet und natürlich der Blick auf Queenstown und den See waren einzigartig. Schon bald kamen wir dann auch bei den ersten «Locations» für «Lord of the Rings» an. Natürlich gab es nicht wirklich viel zu sehen da es sich einfach um Felsen oder Wiesengebiete handelte. Trotzdem war es spannend zu lesen, welche Szenen mit welchem Hintergrund hier gedreht wurden. Am interessantesten war dann ein kleiner See mit eindrücklichem Bergmassiv im Hintergrund, und diese Szene erkannten wir dann auch ganz klar wieder. Auch ohne die Verbindung mit dem Film war das Gebiet den Ausflug wirklich wert gewesen.

Auf dem Weg wieder zurück auf die Strasse begegnete uns dann eine ganze Gruppe mit Rehen und Hirschen, die sich einmal nicht als scheu erwiesen und unserem Wagen näherkamen. Wir versuchten also auch diese zu füttern und auf einmal war ich umringt von Hirschen mit riesigen Geweihen, die mich dann doch etwas einschüchterten sodass ich mich lieber wieder ins Auto verzog.

Weiter ging es dann Richtung Nordwesten wo wir über Wanaka an die Westküste fahren wollten. Einen Stopp machten wir dann natürlich noch bei der bekannten «Kawarau Bridge», der ersten kommerziellen Bungee-Jumping-Site der Welt, welche von AJ Hackett gegründet wurde. Neben der eingerichteten Bungee-Jumping-Möglichkeit von der Brücke gibt es dort ein neues, spannendes Besucherzentrum mit Shop und Restaurant, sodass viele Leute auch einfach nur zum Zusehen hierher kommen. Genauso wie wir, denn gesprungen sind wir natürlich nicht, obwohl es Tobi anfangs schon einmal gereizt hätte.

Auf unserer Fahrt Richtung Westküste fuhren wir dann durch ein wunderschönes und bilderbuchhaftes Gebiet und passierten die türkisblauen Seen Lake Hawea und Lake Wanaka. Wir hatten ganz vergessen, wie schön die Umgebung um Queenstown herum ist. Nach jeder Kurve eröffneten sich uns neue atemberaubende Anblicke auf Seen und Landschaft. Eine Szenerie war schöner als die andere. Bei ein paar der verschiedenen Stopps hielten wir dann zu Aussichtszwecken auch und machten einen kurzen Spaziergang zu einem Wasserfall. Die Westküste erreichten wir bei Haast schliesslich gegen 18.00 Uhr wo wir uns beim «Haast Beach Holiday Park» für 55 Dollar in einer Cabin mit Küche für eine Nacht einquartierten.

Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten, beschlossen wir einen abendlichen Ausflug nach Jackson Bay zu machen, wo wir einmal mehr Pinguine bei ihrem Ankommen am Strand beobachten konnten. Diesmal waren es «Fjordland Crested Penguin» – einen dieser wohl seltensten Pinguine hatten wir ja bereits auf dem Milford Sound kurz gesehen. Leider machten es uns die Schwärme von Sandflies aber unmöglich, längere Zeit ausserhalb des Autos zu verbringen. Schon nach wenigen Minuten hatten wir uns etliche Stiche eingefangen. Trotzdem war es toll, noch ein paar mehr Exemplare dieser Pinguine sehen zu können. Eine fantastische Abendstimmung in der Bucht begleitete das Ankommen der Pinguine am Strand und bot einen unvergesslichen Anblick. Gegen 21.00 Uhr machten wir uns auf den 20-minütigen Weg zurück zu unserer Unterkunft, wo wir den Rest des Abends genossen (und uns unseren Mücken- bzw. Sandfly-Stichen widmeten).


Mittwoch, 2. Februar 2005
von Tobias
Der neue Tag begann so wie der gestrige aufgehört hatte, mit herrlichem Wetter. Dies waren ideale Vorraussetzungen für unsere heutige Reiseroute, die uns entlang der Westküste der Südinsel von Haast Village bis nach Greymouth führen sollte. Wir nähern uns jetzt mit grossen Schritten den Pancake Rocks, auf welche ich mich schon lange freue, denn dort gibt’s neben den Blowholes das West Coast Café, das herrliche Pancake’s serviert. Wenn alles klappt, sollten wir dort morgen vorbeikommen. Vorher warteten aber noch paar andere sehenswerte Orte auf uns.

Unser erster Stopp war die Ship Creek Bay. Als wir dort aus dem Auto ausstiegen wurden wir von einem Geschwader Sandflies begrüsst. Echt mühsame Dinger, die einem stechen. Tanja löste das Problem, indem sie sich in langärmlige Kleider stürzte und ich rieb mich mit reichlich Insektenschutzmittel ein. Das half dann tatsächlich, denn die Plaggeister hielten jetzt einen Anstandsabstand ein. Ungestört spazierten wir dann dem Strand entlang, wo riesige Wellen an Land aufschlugen. Ein Spektakel, dem wir lange hätten zuschauen können, aber der eng gesteckte Zeitplan liess dies nicht zu. Einen kleinen Walk durch den an den Strand grenzenden Regenwald liessen wir uns aber trotzdem nicht entgehen.

Nach etwa eineinhalb Stunden Fahrt gelangten wir zum Lake Matheson von dem aus man den Mount Tasman und den Mount Cook von der anderen Seite sehen kann. Zum Glück gab es dort nicht mehr so viele Sandflies und wir brauchten daher keine zusätzlichen Schutzmassnahmen zu treffen, um den See zu Fuss zu umrunden. Auf halbem Weg gelangten wir zu einer Plattform, von der aus man einen herrlichen Blick auf die beiden Berge mit dem Lake Matheson im Vordergrund hat.

Nach etwa eineinhalb Stunden hatten wir unsere Runde beendet und wir fuhren weiter zum Franz Josef Glacier. Dort wartete bereits der nächste Marsch auf uns, der uns zum Fuss des Gletschers führte. Von weitem sieht so ein Gletscher eher unspektakulär aus, aber wenn man direkt vor ihm steht, ist man nur noch beeindruckt. Vor allem dann, wenn riesige Eisblöcke abbrechen und mit lautem Krachen in die Tiefe stürzen. Da die Temperaturen sehr hoch waren, konnten wir diesem Spektakel gleich ein paar Male zuschauen. Weiter oben auf dem Gletscher waren geführte Touristengruppen auf dem Eis unterwegs, die sich aber nicht darüber zu sorgen schienen. Für uns wäre eine solche Tour an so einem Tag auf jeden Fall nicht in Frage gekommen. Als wir zurück beim Parkplatz waren, machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Peters Pool von dem aus man sich einen wunderbaren Blick auf den Gletscher erhaschen kann. Dann war es aber höchste Zeit, dass wir die restliche Strecke bis nach Greymouth unter die Räder nahmen. Der einzige Halt, den wir noch einlegten, war Hokitika. Der Ort ist bekannt für die Verarbeitung von Jade und man kann dort in vielen Läden Schmuckstücke aus Jade kaufen.

Um halb sieben Uhr kamen wir dann in Greymouth an und quartierten uns in einem self-contained Cabin im Greymouth Seaside Top 10 Holiday Park für 70 Dollar ein. Während Tanja uns ein herrliches Risotto kochte, gönnte ich mir eine entspannende Dusche, die mich von Sonnencreme und Insektenschutzmittel befreite. Später erlebten wir am Strand noch einen wunderschönen Sonnenuntergang der nicht in Worten zu beschreiben ist.


Donnerstag, 3. Februar 2005
von Tanja
Heute stand uns noch einmal ein Tag mit einer grösseren Fahrstrecke bevor, da wir von Greymouth an der Westküste bis nach Motueka in der Nähe des Abel Tasman Nationalparks im Nordwesten der Insel fahren wollten.

Das Wetter war wiederum auf unserer Seite und ein strahlend blauer Himmel begrüsste uns, als wir um 8.00 Uhr unsere Sachen ins Auto packten und etwa ein halbe Stunde später Richtung Norden losfuhren. Zum Frühstück gabs diesmal nicht die üblichen Cornflakes und Toast – wir fuhren nämlich ganz ohne Frühstück los, da wir ausnahmsweise einmal auswärts frühstücken wollten und zwar im langersehnten West Coast Café in Punakaiki bei den Pancake Rocks.

Tobi konnte es schon bei der Losfahrt kaum erwarten, denn er hatte sich schon unsere ganze Reise lang darauf gefreut. Auf die Pancake Rocks und die Pancake im Café ganz besonders. Trotz Tobis Ungeduld hielten wir auf dem Weg von Greymouth nach Punakaiki einige Male, um die wunderschöne Aussicht, welche man von dieser Küstenstrasse hat, zu geniessen. Die Stimmung war einmalig und fast unbeschreiblich. Die kurvige Küstenstrasse erlaubt einem fast durchgehend den Blick aufs Meer und im Hinterland hat man Hügel und Berge mit Regenwald überwachsen. Am Morgen hatte sich nun über den Wäldern und der Küstenstrasse ein leichter, transparenter Nebel gebildet, der dem ganzen einen märchenhaften und fast unwirklichen Touch verlieh. Wirklich einmalig und wunderschön.

Als wir dann in Punakaiki ankamen, machten wir es uns zu Tobis Freude zuerst im Café gemütlich, wo wir die langersehnten Pancakes zusammen mit einem Moccachino und einem Café Latte zum Frühstück bestellten. Wir genossen es sehr und liessen uns dementsprechend genügend Zeit, damit Tobi auch noch einen zweiten Café Latte trinken konnte. Nachdem wir satt und zufrieden waren, machten wir uns dann auf den Rundgang um die Pancake Rocks bestaunen zu können. Obwohl wir vor vier Jahren bereits einmal hier gewesen waren, lohnte es sich auch ein weiteres Mal herzukommen. Noch immer waren wir beeindruckt von den seltsamen Felsen entlang der Küste, die wirklich wie aufeinandergeschichtete Pancakes wirken. Die Aussicht auf die zum Teil noch immer vernebelte Küste mit strahlend blauem Himmel im Hintergrund war einfach atemberaubend und sehr eindrücklich. Die Blowholes, die man dort auch vorfindet, wollten an diesem Tag zwar nicht so recht sprühen, da wir sie aber schon einmal in Höchstform erlebt hatten, war das nicht weiter schlimm und wir genossen einfach den Rundgang entlang der bizarren aber wunderschönen Steinformationen.

Im Visitor Centre bei den Pancake Rocks kauften wir uns später dann noch ein kleines Büchlein, in welchem beschrieben wird, wo verschiedene Szenen von «Lord of the Rings» gedreht worden sind, und wie man diese finden kann. Schon lange haben wir uns das Büchlein immer wieder angesehen und uns gegen einen Kauf entschieden, aber nun wollten wir es doch gerne haben, um vielleicht noch den einen oder anderen Schauplatz auf der Nordinsel besuchen zu können.

Auch auf der Weiterfahrt nach Norden Richtung Westport legten wir noch ein paar Fotostopps ein, da die Küstenlandschaft einfach traumhaft war. Man konnte sich kaum sattsehen und wir hätten noch Stunden hier verbringen können.

Unser nächster Stopp war dann in der Nähe von Westport beim «Cape Foulwind», wo man eine Seehunde-Kolonie am Strand besuchen und beobachten kann. Mit Feldstecher und Kameras ausgerüstet spazierten wir zur Aussichtsplattform und schauten den Tieren eine Weile lang zu. Auf dem Weg dorthin begegnete uns noch ein Weka, neben dem seltenen Kiwi ein weiterer flugunfähiger, einheimischer Vogel Neuseelands. Obwohl diese bei weitem nicht so selten sind, hatten wir schon lange darauf gewartet, wieder einmal einen zu sehen und freuten uns dementsprechend sehr.

In Westport selbst legten wir dann noch einen kurzen Einkaufsstopp ein, bevor wir uns dann Inland Richtung Motueka aufmachten und damit nicht nur Westport sondern auch die Westküste hinter uns lassen würden. Nach wie vor ist die Westküste für mich eines der schönsten Gebiete in Neuseeland – wenn auch bei weitem nicht das Einzige. Es waren noch über drei Stunden Fahrt dorthin und obwohl wir eine Cabin auf dem «Motueka Top 10 Holiday Park» bereits reserviert hatten, wollten wir nicht zu spät am Abend ankommen. Weitere Stopps legten wir keine mehr ein, nur kurz einmal um die fantastische Umgebung der «Buller Gorge» einzufangen.

Gegen 17.30 Uhr kamen wir dann in Motueka an, wo wir uns zuerst noch ein Ticket für das Wasser-Taxi besorgten, welches uns morgen in den Abel Tasman Nationalpark hinausfahren würde. Den vierstündigen Rückweg werden wir dann zu Fuss antreten, um den Nationalpark so richtig geniessen zu können. Da wir erst um 17.00 Uhr wieder mit dem Wasser-Taxi den Rest der Strecke zurücklegen werden, haben wir neben der Wanderung noch genügend Zeit um vielleicht am einen oder anderen Strand schwimmen zu gehen. Etwas beunruhigt waren wir, als wir auf der Karte entdeckten, dass wir während der Wanderung an einer Sandfly-Bay vorbeikommen werden – wir hoffen der Name hält für einmal nicht, was er verspricht, da wir immer noch sehr unter unseren jetzigen Stichen leiden. Vor allem diejenigen, welche ich mir bei der Pinguinbeobachtung in Jackson Bay an den Füssen eingefangen hatte, liessen mich manchmal fast die Wände hochgehen.

Da wir morgen den ganzen Tag unterwegs sein würden, checkten wir auf dem Holiday Park gleich für zwei Nächte in einem hübschen Cabin ein, welches mit Küche und Bad ausgestattet war. Wir waren vollends zufrieden mit diesem sehr schönen Park und besorgten uns noch eine «Club Card» für die «Top Ten Holiday Parks» für 20 Doller, mit welcher wir von nun an auf allen Parks 10% Vergünstigung erhalten würden (die Karte ist übrigens für zwei Jahre lang gültig ... So bezahlten wir für unser Cabin pro Nacht noch 72 Dollar.

Bevor wir es uns aber gemütlich machen konnten, war wieder einmal Kleiderwaschen angesagt. Allzu viel hatten wir glücklicherweise aber nicht. Tobi zauberte uns dann noch ein feines Znacht und später richteten wir uns in unserem Daheim für die nächsten zwei Nächte gemütlich ein.


Freitag, 4. Februar 2005
von Tobias
Da wir heute für unsere Tour in den Abel Tasman Nationalpark erst um zehn Uhr bei der Anlegestelle unseres Schiffes sein mussten, konnten wir das Frühstück ein bisschen gemächlicher angehen als sonst. Ich genoss dies natürlich sehr. Um neun Uhr machten wir uns dann aber doch gestärkt auf den Weg nach Kaiteriteri. Das Wetter war einmal mehr perfekt, und nach zirka zwanzig Minuten Fahrt erreichten wir den goldgelben Strand, der bereits früh am Morgen zum baden einlud. Auf dieses Vergnügen mussten wir aber noch ein bisschen warten, denn zuerst folgte jetzt eine zweistündige Schifffahrt bis zur Bucht mit dem Namen Onetahuti.

Als wir dort ankamen, begrüsste uns ein weiterer goldgelber Strand. Wir fühlten uns wie im Paradies. Bevor wir unsere Wanderung zur Torrent Bay unter die Füsse nahmen, mussten wir die ganze Umgebung zuerst einmal auf uns wirken lassen. Es war einfach ein herrlicher Anblick. Der erste Teil des Wandertracks führte uns ziemlich nahe entlang der Küste durch schattenspendenden Wald worüber wir natürlich in Anbetracht der steigenden Hitze mehr als froh waren. Nach knapp zwei Stunden gelangten wir zur Bark Bay, wo wir etwas Kleines assen und uns das langersehnte Bad im Meer gönnten – absolut erfrischend und herrlich. Nachdem wir uns an der Sonne getrocknet hatten, ging unser Fussmarsch weiter. Der Weg führte uns jetzt aber weiter weg von der Küste und das Meer sah man nur noch selten durch die Bäume schimmern. Ein bisschen Respekt hatten wir vor der Sandfly Bay an der wir vorbeikamen. Ein paar wenige dieser Plaggeister entdeckten wir zwar, entkamen ihnen aber ohne dass sie uns stechen konnten. Nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden kamen wir bei unserem Ziel, der Torrent Bay an. Um fünf Uhr wurden wir dort von einem kleinen Boot abgeholt und mit Highspeed zurück nach Kaiteriteri gefahren.

Obwohl es in der Zwischenzeit bereits sechs Uhr geworden ist, wollten wir vor der Rückfahrt zu unserem Cabin noch einen weiteren Drehort, der für den Film Lord of the Rings verwendet wurde, besuchen. Dies mussten wir uns aber zuerst hart verdienen, denn der Weg dorthin führte uns nach einer kurvenreichen Bergfahrt mit fantastischer Aussicht auf den Abel Tasman Nationalpark auf eine ungeteerte und holprige Nebenstrasse, der wir acht Kilometer lang folgen mussten, bevor wir beim «Chetwood Forest» ankamen. Im Film werden die vier Hobbits von Aragorn in den «Chetwood Forest» geführt, nachdem sie Bree verlassen haben.

Müde und zufrieden kehrten wir später zu unserem Cabin zurück. Es war ein toller Tag an den ich mich noch lange erinnern werde.


Samstag, 5. Februar 2005
von Tanja
Heute hatten wir eine nicht allzu grosse Strecke von Motueka bis nach Picton zu überwinden und standen für einmal eine halbe Stunde später auf als üblich. Daran war wohl auch der Wecker schuld, den wir nicht eingestellt hatten. Nach einem von uns geliebten Frühstück mit Cornflakes und Toast (unglaublich, dass ich zu Hause nie Lust auf Frühstück habe), machten wir uns also auf den Weg nach Westen entlang der Tasman Bay.

Das Wetter wollte heute Morgen noch nicht so richtig mitspielen, es war zwar sehr warm, aber der Himmel war bedeckt und laut Wetterbericht sollte es sogar Regen geben. Wir waren also sehr froh, dass wir unseren Walk im «Abel Tasman Nationalpark» am richtigen Tag gemacht hatten – das Wetter gestern war ja ein wirklicher Traum gewesen.

Unterwegs machten wir eine Pause in Nelson, wo an diesem Samstag Strassenmarkt war und auch Strassenkünstler «ihr Unwesen trieben». Für etwas mehr als eine Stunde wanderten wir durch das Städtchen und schauten auch noch in den einen oder anderen Laden hinein. Einen kurzen Blick warfen wir dann auch noch in das Juweliergeschäft «Jens Hansen» (nicht etwa um uns Eheringe anzusehen – falls jemand Vermutungen anstellen sollte), wo die Ringe für die «Lord of the Rings»-Triologie hergestellt wurden. Die Wolken am Himmel hatten sich mittlerweile auch verzogen und es war einmal mehr ein wunderbarer, sonniger Tag geworden. Die Temperaturen stiegen schon fast ins unangenehme und die Luchtfeuchtigkeit war ebenfalls ungewöhnlich hoch. Nach unserem Walk gestern waren wir auch ein wenig geschafft und wollten dann doch bald einmal wieder weiterfahren.

Gegen Mittag fuhren wir dann weiter und machten einen zweiten Halt bei einem Aussichtspunkt in der Nähe von Havelock zu Beginn des schönen «Queen Charlotte Drive» von Havelock nach Picton. Dort verspeisten wir dann auch noch den  vorbereiteten Salat vom Vorabend als Mittagessen.

Die Weiterfahrt entlang des «Queen Charlotte Drives» war dann einmal mehr sehr atemberaubend schön und wir genossen die Aussicht auf die Buchten, die sich uns immer wieder bot. In Picton kamen wir dann am frühen Nachmittag an und quartierten uns im «Picton Top 10 Holiday Park» ein, der bereits ziemlich ausgebucht war. Wir konnten gerade noch ein Unit für 72 Dollar (dank unserer Club Card – ansonsten wäre es 80 Dollar gewesen) ergattern, etwas anderes war nicht mehr zu vergeben.

Nachdem wir uns im Zimmer eingerichtet hatten, ruhten wir uns für eine Weile aus und planten unsere zwei kommenden Reisewochen auf der Nordinsel in groben Zügen, sodass wir in etwa wussten, wie viel Zeit uns für die verschiedenen Orte zur Verfügung stehen werden. Wir hatten im Voraus angenommen, dass wir bei unserer zweiten Neuseelandreise mit vier Wochen gut auskommen würden, da wir vieles ja schon vor vier Jahren gesehen hatten. Tatsache ist aber, dass wir es einfach nicht über uns bringen, gewisse Plätze auszulassen und es noch so vieles gibt, das uns interessiert, so dass wir eigentlich noch einen Monat länger bräuchten. Wie auch immer, wir geniessen auch so jeden einzelnen Tag undes ist ja auch gut, wenn wir einen Grund haben um nochmals wiederzukommen ...

Nachdem wir uns über die nächsten zwei Wochen eine Übersicht verschafft hatten, fuhren wir mit dem Auto in die Stadt, um uns Picton noch ein bisschen anzusehen. Noch immer war es strahlend schön und sehr heiss. Die Temperaturen waren offenbar sogar ungewöhnlich hoch, wie uns eine Dame in einem der «Greenstone»-Shops hier erzählte. Wir spazierten eine Weile im hübschen aber nicht sehr grossen und eher ruhigen Städtchen umher und genossen den Hafen und die Aussicht in die «Marlborough Sound»-Landschaft. In einem Internetcafé checkten wir noch kurz unsere Mails und fuhren gegen 18.30 Uhr wieder zu unserem Cabin zurück, wo wir den Rest des Abends und somit auch unseren letzten Abend auf der Südinsel noch in Ruhe genossen.

Unser Wetter
Zürich
---
Zürich °C | Perth °C | Broome °C | Katherine °C | Alice Springs °C | Adelaide °C | Melbourne °C | Hobart °C | Sydney °C | Christchurch °C | Wellington °C | Auckland °C
475201 Besucher
Mittwoch, 15. Juni 2022